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Full text of "Eine Teufelsneurose im 17. Jahrhundert. Mit 7 Abbildungen."

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©tgm. Sveub 

Sunt Eeufeleneurofe 
im 17. y<xbvf)unt>tvt 







INTERNATIONAL 

PSYCHOANALYTIC 

UNIVERSITY 

DIE PSYCHOANALYTISCHE HOCHSCHULE IN BERLIN 



— — - — — 



itint 

Iteufelaneurofe 



tm 



17. Jafytfyvmbtit 



von 



©tgm. $teu5> 



tTiit 7 abbtlbungcn 



1928 

3tttetttatiottaler 

Pfvcfcoanalyttfcbet: VttltQ 

Wien 



Den Teilnehmern am 

Deutschen 

BlBLIOPHILENTAG 

Wien 

(Generalversammlung der Geseilschaft 
de» Bibliophilen) 

29. Sept. bis 2. Okt. 1928 

GEWI DMET 

i n 300 Exemplaren' 

VOM 

Internationalen 

Psychoanalytischen Verlag 

in Wien 






2ln ben Heutofen ber Rinbetseit fabelt mit gelernt, 
baf? mancfeee tyct mühelos mit ftetem &uge 3u fc^cn 
ift, was ficb fp<Stert?in nur grunbUcbet ^otfcburtg 3u 
ethnnen gibt. £tne a^nlicbe *£ro>attung xcitb fiel? füt 
bte neutottfcben ÄcÜ ranfcungen fttt^eret 3a^r^unberte 
ergeben, xoenn xrnc nur bacauf gefaxt ftnb, biefelben 
Utttec anbeten Übetfcfetiften als unfete heutigen Heu* 
cofen 3« fmben. TXHt butfen niefet tvftaunt fein, xoenn 
bie Heuto fen btefec frühen Seiten im bämonologifcben 
(Sexoanbe auftreten, xcäfytenb bie bet unpftcbologifcben 
3cgt3eit im ^poebonbtifeben, ab otganifebe Ärane^ 
Reiten vettieibet, erfebeinen. VClefytete Muteten, roran 
C^arcot, ^aben betanntUcb in ben JDatftellungen ber 
Befcffen^eit unb T>et3uc£ung, xoie fte nn& bie Äunfi 
^inteclaffen l?at, bie Sujjetunge formen bet £yßerie 
agncf3iert; es tobte niebt fcbxset gea>efen, in ben 
(Bcfcbicbten btefec RxanHn bie jfn^alte bec Heutofe 



S c t u b s mint CnifUaiMuwfc. 



_ 



IO 



@igtn. Sreufc 



voitbttwfinbtn, xotnn man ifynen bamais mtfyt 2luf* 
mcttfamHit gefcbenfct ty&ttt. 

JDte bämon©logifcbeC{?eotte jenet bimfceln Seiten f?at 
gegen alle fomatifeben ftuffaflungen bet „ejtafcten" 
XXHffenfcbaftßperiobe teebt behalten. 3Die Befeffen^ 
Reiten entfptecben unferen t^etircfen, 3u beten 1&t* 
Hätung wie xptebet pftebifebe tTCäcbte ^etansie^en. 
JDieiDämonen finb uns bdfe, verrDocfeneXPönfcbe, 2(b= 
Wmmlinge abgelieferter, veebrangter Ctiebtegungen. 
VOit lehnen bloß bie Projektion tn bie äußere VOeit ab, 
xrelcbe bae VTlittdaittt mit btefen feelifcben XDefen x*>x* 
natym; toiv taflen fte im 3»nenleben bet Tetanien, x»o 
fte Raufen, entffcwben fein. 






- 



DIE GESCHICHTE DES MALERS 
CHRISTOPH HAITZMANN 

{Cittttt CgittbltcP in eine folebe bamonologifcbe Heu* 
rofe bes fieb3e£>nten ^a^unbetts vetbante ich beut 
fceunblicbett3ntetejfebe8-^en:n^ofrat8 5Dc.Ä.paye^ 
Cl?titn, SDirefcoc bei: ehemals & t ^ibetfcommif? biblio* 
tfytl in Wien, Payet*Htyutn ^atte in bet Bibltot^efc 
ein ans bem (Bnabenott ttla t i a 3 c U fiammenbes ttlanu* 
ffotpt aufgefunben, in bem übet eine XDunbecbare 0t* 
föfimg t)on einem JLenfelepaU butcb bie (ßiwbc bet 
^eiligen tTCatia ausfu^tüd? bectebtettsieb. Sein3ntet^ 
effe tontbe butcb bie Be3ie|>ung biefes 3nb«ltß 311t 
^aufifage get»ecEt unb Xüivb ifyn 31t einer ein$efyenben 
JDarfteliung tmb Bearbeitung bes Stoffes vewnUffen. 



12 



©igm. Steui» 



3Da er aber fanb, bafj bie Perfon, bereit (Erlösung be=* 
febrteben wirb, an Krampfanfällen unb "Piftonen litt, 
xoanbte et ftcb an mieb um eine ät3tUcbe Begutachtung 
bee Falles. XCit jinb übereingekommen, unfere Tlibtittn 
unabhängig vonewanber unb gefonbert 3U veröffente 
lieben. 3cb ftatte i^m für feine Anregung, roie für 
mancherlei -^ilfeleiftung beim ©tubtunt be& XtX&nu* 
fhipte meinen JDant" ab. 

foiefebä^onologtfcbe&rantmgejcbicbtebringtroiri^ 
lieb einen roertvollen ^unb, ^er o^ne viel JDeutung Hat 
3Utage liegt, xoie mancbe&mbfteUealegebiegeneetTCetaU 
liefert, t»as anbettfatts mö^fam aus bem CC13 gefcbmoU 
3en werben muß. 

£>ae tTCanuf ttipt, von bem mir eine genaue 2fl>fcbrift 
vorliegt, 3erlegt jtcb une in stoti ©tücf e von gan3 ver^ 
febiebener Hatur: in ben lateinifcb abgefaßten Beriebt 
bes mSncbifcben ©ebreibere ober Äompilators unb in 
ein beatfeb gefebriebenee Cagebucbbrucbjtücr* bee Pa* 
tienten. JDer erfie Ceti enthält ben X>orbertcbt unb bie 
eigentlicbe XEunberbetlung; bet 3*seite Ceti rann füt 
bie geblieben fetten niebt von Bebeutunggexoefen fein, 
um fo tvettvollct ijt et füt uns, <£t ttagt viel ba3u bei, 
unfer fonfi fcbxsanfcenbeö Urteil über ben Kran^eits^ 
fall 3u fefiigen, unb tx>it fyaben guten (ßrunb, ben (Seift* 
lieben 3» banhn, ba$ fte bies JDocument etfycdten ba= 



f&ine ItiifcUnnii'cfc 13 

ben, obgletcb es ifyttt Htnbtns nichts mebr leijtet, ja 
biefe ebet geffört ^aben mag. 

tiitye icb aber in bie Sufammenfegung ber kleinen banb* 
fcbriftUcben Ärolcbüre, bie ben Citel 

„Trophaeum MarianosCellense" 

fu^rt, weiter eingebe, mufj icb eitt ©töcf i^res 3«|>Ält6 
ecsa^lett, öas icb bem T>orbettcbt entnehme. 

2lm f. September 1677 würbe bet tTCaler tytiftopty 
-^ai^mantt, ein^Sa^er, mit einem (ßeleitbrief bes Pfat^ 
rers von pottettbrunn (in nieberSfterretcb) nacb bem 
naben *TCaria3ell gebraebt. 1 itt fyabe ficb in Slueübung 
feiner Kunft mehrere tHonate in Pottenbtunn aufge^ 
galten, fei bort am 29. 2lugu(t in ber Ktrcbe von febreer* 
lieben Krämpfen befallen roorben, unb ale ftcb biefe in 
ben näcbjJen Cagen toieber^olten, b<*be ifyn ber Praes 
fectus Dominii Pottenbrunnensis eramtniert, xoae ifyn 
toofyl bebtütfe, ob er ficb xr>o^l in unerlaubten Vethtyt 
mit bem b<Sfen <ßei|t eingelaffen babe. 1 Xüorauf er ge^ 
ftanben, b<x$ er wirfcltcb vor neun 3abren, $u einet Seit 

1) 3Das 2Üter bes tHaler» ift nirgtnb« angegeben. jDec 3ufammenl?ang läßt 
einen Wann jwifcbcn JDreifüg unb X>ierjig, wabrfcbemlicb bec unteren <ßccn;e 
näljec, erraten. JEr »er|tarb, wie wir bSren werben, im Job« 1700. 

2) JDie Wöglict»? eit, b«g biefe 5r«g«|tellung bem Äeibenben bie Pbantftfie feines 
ffeufeUpaFtee eingegeben, „fuggeriert" bat, fei frier nur geftreift. 



*4 



©igm. Sreuö 



ber T>er3agtbeit <xn feiner Kunfi unb bes %rx>tifeis an 
feinet Selbfterbaltung, dem (Teufel, ber Üjtt neunmal 
rerfuebt, nachgegeben unb ftcb fcbrtftltcb verpflicbtet, 
ifym nach Ablauf biefer Seit mit Leib unb Seele an3U= 
ge^ren. iDas (Cnöe bes Cermine na\)e mit bem 24. bes 
laufenden tXlonate, 1 5Der Unglücflicbe bereue unb fei 
itber3eugt, baf$ nur bie (Bnabe ber fcTCutter (Bottes von 
tnaria3ell ifyn retten Hnne, inbem fte benBSfen 3*cmge, 
tt^m bie mit Blut gefebriebene *?erfcbretbung fyetau&* 
3ugeben. 2hi6 biefem (ßrunb erlaube man ftcb miserum 
hunc hominem omni auxilio destitutum bem X^Oobl^ 
motten bet fetten von £naria3ell 3U empfehlen. 

©oxpeit bet Pfarrer von Pottenbrunn, iLeopolbue 
Braun, am 1. ©eptember 1677. 

3cb tann nun in bet 2lnalyfe bes fcTCanuffctipte fort* 
fahren. (£e befielt alfo aue brei teilen: 

1) einem farbigen Titelblatt, xoelcbes bie S>3eue ber 
X>erfcbreibung unb bie bet (£rl<5fung in bet Kapelle von 
maria3ett barftellt; aufben naebften Blattern finb aebt 
ebenfalls farbige 3eicbnungen ber fpdteren ittftbeinun* 
gen bes Ceufels mit fcur3en Beifcbriften in beutfeber 
Bpracbe. JDtefe Bilber finb niebt (originale, fenbern 



1) quorum et finis 24 mensis hujus futurus appropinquat. 






,-■':"" 



"rrsT". 



<\? r hfli a\- n in Uf »»»v ;»r iT.'<ir?./*j. rt'ity* .. fit^ji 
9SnrqcrUcftn efc^ixii ße\-ln/»:at , VW t-c , ... '\a . 
^f«f cJmm Vrff»fl-**5cn- jßunft,jnÜ •VfviiiCfW, - 

mie-J nfiiHiHie+i, "Xnfn mii tcr *;'»ft<ii i'iki';,-^.,, 
^trföiftikn fäffiic y rt&äe er wir <tnf a£ß£ 

fiW - ■- - 



s 



^ 









Kine TeufeUneuvofe 17 

Kopien — xoie uns feterltcb verftebert wirbt getreue 
Kopien — nacb ben urfprungücben HTalereien bes 
<££*• ^atrjmann; 

2) aus bem eigentlichen Trophaeum Mariano*Cel* 
lense (latemifcb), bem TPerr* einte geijHicben Kompi= 
lators, ber ficb am i£nbc p. 2C. it. uttter3etcbnet unb 
tiefen 23ucbjtaben viet Veteseilen, welcbe feine 23io^ 
grapbte enthalten, beifügt. 3Den 2fbfcblufj bilbet ein 
Zeugnis bes 2fbtesKilian von StXambert»omi2.©ep:s 
tember 1729, welcbes in anberer Scbrift als bet be& 
Komptlators bie genaue ubereinjttmmung bes VClanu* 
f fcripts unb ber Gilbet mit ben im Titcbiv aufbewahrten 
(originalen betätigt. (Es ijf niebt angegeben, in welcbcm 
3abc bas Cropbaeum angefertigt würbe, fy (lebt uns 
frei Amunefymen, bafj es im gleicben 3<*b* S e fcb<*!?/ in 
bem bet Zbt Ktlian bas 3eugnis ausftellte, alfo 1729 
ober, ba 17 14 bie teste im Cert genannte 3abrce3abl tfl, 
basXX>err* besKompilators in irgenbeine 3eit 3Wifcben 
1 7 1 4 unb 1729 3U verlegen. £>as VOunbet, welcbes bureb 
biefe Bcbrift vor X>ergeffenbeit bewahrt werben follte, 
bat ftcb im 3«b« 1 ^77 3Ugetragen / alfo 37 bie f ^ 3<*b** 
»orber; 

3) aus bem beutfeb abgefaßten Cagebucb bes ittalers, 
welcbes von ber 3eit feiner ißrläfung in bet Kapelle 
bis 3um 13. 3<*rtH<*t bes ndebpen 3*b te8 1678 reiebt. 

5 r e u b : \tint ZeufcUncucofie- j 



i8 



@igm. Srenb 



i£e ifi in ben Cert be& Ctoptjaeum fcur3 cor beffen titnbt 
eingefcb alter. 

iDen Kern bee eigentlicben Ctop^aeum bilben 3Xt>et 
Qcbriftßücfe, bet bereite em>ä>nte (Beleitbrief bes 
Pfarrers ileopolb Bratm t>on Pottenbrunn x>om i . @ep^ 
tembet 1677, unb ber Beriebt bes 2lbtes ^ranciscus »Ott 
maria3ell unb ©t. ilambett, bet bte TEunber^eilung 
febilbert, vom 12. September 1677, aljo nur wenige 
Cage fpätet batiett. JDie Otigfceit bc& Äebatteute obet 
Kompilatote p. Z. (C. \)C>X eine Einleitung geliefert, 
belebe bic beiben 2l$tenftucr*e gletcbfam x>etfcbmtl3t, 
ferner einigt wenig bebeutfame'üerbirtbuttgejlucr'e unb 
am ©eblufj einen Beriefet über bic weiteren Scbitffale 
bee tTCalere nacb einer im 3<*f?** 17 14 eingeholten i£r^ 
hmbtgung beigefügt. 1 

JDieX>orgefcbicbte bee tHalete wirb alfoimCrop^ae*: 
um breimal et3<^lt, 

1) im (Beleitbrief bee pfarrere von pottenbrunn, 

2) im feierlichen Beriebt bee 2lbtee ^tanciecue unb 

3) in ber Einleitung bee Äebafcteure. Beim X>etgleicb 
biefer brei (Quellen jrellen ficb gewtfie Unjlimmig^ 
feiten t;eraue, bie $u verfolgen niebt unwiebtig fein 
wirb. 



1) JDite würbe bafBr fprecfcen, b«ß 1714 <wd? b«a jDfltum ber 2tbf«fiunj$ bee 
tropbfieum <(r. 



^ 






%. Q$nqt '< 



7). 



^ 



ytuyypiu,, 



\: 



$&6m ibt lue Zefahtf -tL fi utätj &^ifc J4ufuu 



■ 4 




■ — — 



t&int Ceufeleneutrofe ai 

2Jcb Unn jegt bie (Befcbicbte bes ittalets fortfielt, 
rtacbbem et in tHatia3ell lange gebüßt unb gebetet, et* 
£>dlt et am 8. ©eptembet, bem €ag inatia" (ßebutt, um 
bie 3Ä>Mftenacbtf*unbex>om Ceufel, bet in btt ^eiligen 
Kapelle als gefl&geltet JDtacbe etfebeint, ben mit Blut 
gefcbtiebenenPatt3Utuc£.XXHtÄ>etbenfpa , tet3Uunfetem 
Beftemben erfaßten, bag in bet (Befcbicbte bes ittalets 
<£f?t. ^ai^mann iwei X>etfcbteibungen an ben Teufel 
rotfcommen, eint ftü£>ete, mit fcbxoat$et Zinte nnb eine 
fpatete, mit Blut gefebtiebene. 3« fc* mitgeteilten Be* 
fcbtt>$tungef3ene ^anbelt es ftcb, toie aueb noeb bas 
Btlb auf bem Titelblatt ettennen läßt, um bie blutige, 
alfo um bie fpätete. 

Zn btefet ©teile könnte ftcb bei uns ein l&ebenlen 
gegen bie <ßlaubtt>ütbigfcett bet geblieben Beticbt* 
etßattet et^eben, bas uns mahnen xoüvbe, boeb niebt 
unfete2ltbett an einPtobufctm6ncbi|cben2{betglaubert8 
3U »etfebwenben. tite Xüitb et3äl?lt, ba§ metytete, mit 
Hamen benannte (SeijHicbe bem <£jcot3ietten xotytenb 
bet gan3en Seit J&eiftanb leiteten unb auch xofyttnb 
bet Ceufeleetfcbeinung in bet Kapelle antsefenb traten. 
Wenn behauptet wütbe, ba$ auch fte ben teuflifcben 
SDtacben gefe^en |>aben, wie et bem tTCalet ben tot be* 
febtiebenen Settel ^in^dlt (Schedam sibi porrigentem 
conspexisset), fo fiunben toit rot me^teten unan$e* 






22 Öigm. 5reut> 

nehmen mSglic&eetten, untet btntn bit tinev tolltHivtn 
^allusinaticn nocb bie mUbefieXDate.20leirtbetXX)ott* 
laut bes vom 2Cbt ^tanctscus ausgepellten 5eugntffe8 
fcbldgt biefee 23ebenfcen niebet. £e xoitb batin ttints* 
Wegs behauptet, ba$ auch bie getfHicfcen Bci(iant)c btn 
(Teufel etfebaut ^aben, fonbetn es f>eigt entliefe unb 
nücbtetn, bafj" btt malet fteb ptöglicb von btn (Btift* 

Ucbert^iei^rt^ieltcrt^oegcnjfe^irtbieiEecfcbecKapcUe, 
xdo et bie £tfd?einung fa£>, geßütmt unb bann mit btm 
3ettel in bet -&artb 3utucPgefc>mmen fei. 1 

SDas IQDunbet xsat gtoß, bet Sieg bet ^eiligen tHuttet 
übet Satan un3*setfell?aft, bie Teilung abet leibet nicht 
befUnbig. <£& fei nochmals iW täfytt bet geifHicben 
fetten fcerootge^oben, ba§ fte biefe fcatfacfce niebt vet* 
fdweigen. 5Det malet retlieg tHatiajeU ttacb ftit3et 
Seit im befien XEo^>lbefinbett unb begab fieb bann nacb 
VOitn, *oo et bei eirtet vet^eitateten ©ctoefiet XDO^nte. 
foott fingen am n. «Stöbet neuetlicbe, mm Zeil fe^t 
fetoete Znfatlt an, übet bie bae Cagebucb bis 3 um 
1 3. 3anuat betteltet. <& ttaten T>iftonen, 2lb^efen^ 
Reiten, in bcntn et bie mannigfaltigen fcinge fa^ unb 
etlebte, &tampf3u(ttttbe, begleitet von btn fcbmet3* 

i) . . . ipsumque Daemonem ad Aram Sac. Cellae per fenestrellam in cornu 
Epistolae Schedam sibi porrigentem. conspexisset eo advolans e Religiosotum 
manibus, qui eum tenebant, ipsam Schedam ad manum obtinuit 







i 



jJtamno^ais 



6. 




JrophßU'rrb 

li wicht j G%ilshf / ^fc*^^^£" v * /n/Jl "**&* 
fa&*Ai*i<Mn^ , (Uta. Jtt^u^n&jgr^iQtio 

jföjfyp vtLsi-P ^- J^ih^jSm Qn£tn&li£ 



1 



,;. 



W: 



. 



■J/-~ -T" ■ -. — . ' — . *— — ' - 



iE ine Teufeleneuvofe zj 

baftejtcn ©cnfationett, einmal ein Suftanb x>on JUty* 
mung ber Bciitc u. bgl. ^Diesmal plagte tl?n aber niebt 
ber (Teufel, fonbern es waren betlige (Behalten, bie i^>n 
beimfuebten, tytiftue, bie ^eilige 3ungfmufclb(l.tnett= 
raürbtg, baß er unter biefen ^immlifcben (Erfcbeinun^ 
gen unb ben ©trafen, bie fie über ifyn verhängten, niebt 
mirtber litt, als früher unter bemlßerref?r mit bem (Teufel. 
Cr faßte aueb biefe neuen f£rlebnifl"e im (Tagebucb als 
(Crfcbeinungen bes (Teufels 3ufammen unb befclagte ficb 
über maligni Spiritus manifestationes, als er im VCiai 
1678 nacb tnaria3ell 3itruc¥ref?rte. 

IDen geifi lieben Ferren gab er als tXXotiv feinet ÄücrV 
tebr an, ba$ er aueb eine anbere, frühere, mit (Tinte ge^ 
febriebene Terjcbreibung »om (Teufel 31t forbern b«be.' 
2(ucb btesmal »er^alfen il?m bie ^eilige tttaria unb bie 
frommen Patres 3ur Erfüllung feiner Bitte. 2lber ber 
Beriebt, Xüie bas gefebab, tfi febroeigfam. Äs beißt nur 
mit $ur3en tOorten : qua iuxta votum reddita. (Cr betete 
roteber unb er erbielt ben Vertrag 3urüct\ JDann füblte 
er (leb gan3 frei unb trat in ben (Drben ber Barm^er3i^ 
gen Brüber ein, 

XXlan b<*t WDteberum 2lnlaß amxiethnnen, ba$ bie 
offentunbige(tenben3feirterBemübungbenKompilator 

1) JDiefe Ȋre, im September 1668 aupgeffcUt, neuneinhalb "Ja^xc fpgter, im 
U1«i 1678 längfl »erfatten geccefen. 

jriuti: ftfiu Xcufclsncuroft. 4 



26 ©igm. Svtub 

nicht ba^u verfuhrt fyat, bic von einer Kranfcengefcbicbte 
3U forbernbe ¥50al?r|>aftigreit 3U verleugnen. JDenn er 
rerfebteetgt ntcbt,tt>a8 bic <£rfcunbigung nacb bemSCus? 
gang bes tTCalere beim X>or (taub bes Kloßere ber Barm* 
^ec3»geti Brüber tm3a(?t:e 17 14 ergeben. JDetÄ. P c Pro= 
xnncialie btviebtet, bafjBruberCl?rY|oftomu8 nockxoic* 
berf?olt Anfechtungen bc& böfen Cßeifie» erfaßten t?at, 
ber ityn 3U einem neuen Patt verleiten trollte, unb stoai 
n ur bann, „XDenn er etroas mehrere vontDeingettunten", 
bureb bic (Snabe (Bottee fei es aber immer mdglicb ge* 
x»efen, if?n ab3Utr>eifen. 23ruber Ct?ry|<>jtomu8 fei bann 
im Kloßer bee (Drbens ETeuftatt an ber fcTColbau im 
3a^re 1700 „fanft unb troßreieb" an ber ^efctica x»er* 
jlorbem 






fragt ycoat r>et<icbtlicb: Was roitlß bu, atmet Teufel, 
geben? 2lbet et fyat niebt teebt, bet Ceufel bat als *£nt= 
gelt füt bic unjtetb liebe ©eele alletlei 311 bieten, tc as 
bie tTCenfcben boeb einfcbÄgen: Äeicbtum, Stcbetbctt 
vot (Befaßten, JTTacbt übet bie ittenfeben unb übet bte 
Ktdfte bet rTatut, felbf* 3aubettunfie unb v$t allem 
anbeten: (Benuft, (Benag bei febänen Stauen. SDiefe 

4* 



n ] 

DAS MOTIV DES 
TEUFELSPAKTS \ 

XX)enn ttüt bieje Ceufelsvetfcbteibung wie eine nen? 
toti(cbe Ktanfcengefcbtcbte bettaebten, roenbet ficb unfet 
3ntetef]e 3una'cb(t bet ^tage nacb ifytet tTCotixüetung 
311, bie ja mit bet "Eetanlaflung innig 3ufammenbängt. 
XCatum »etfebteibt man ficb bem Ceufel? iDt. £auft 



i 






z 8 ©igm. Sveub 

iLeijtungen ober T>erpflicbtungcn bes «Teufels pflegen 
aucb im T>ettrag mit ibm ausbrücHicb erwabnt 3U 
werben. 1 XDas i(l nun für C^ctfiop|> ^airjmanrt t>ae 
tTCotiv feines Pafcte gewefen ? 

tnerfcwürbigerwetfe teiner von all liefen fo natüt* 
lieben XÜünfcben. Um jeben 3«>eifel batan 3U bannen, 
btauebt man nur bic tut$en Bemerkungen ein3ufe^en, 
bie ber tTlalec 3U ben von ü>m abgebilbeten £eufele= 
erfebeinungen laufest. 5um£eifpiel lautet bic Vtote 

3ur britten TUfton: 

„3um betten ift et mit in anbettbalb3abten in biger 
ab fcbem> lieben (Bejtalt etfebinert, mit einen Buucb in 
ber ^anbt, batin lauter 3auberey unb fcbwar3e Kunft 
war begrüffen . . ." 

überaus berBeifcbrift 311 tinet fpdteren Crfcbeinung 
erfahren wir, ba$ ber Ceufel ibm ^eftige Vorwürfe 
macht, warum er „fein vorgemelbtes Buucb verbrennt", 
unb ifyn 3U 3errei£enbrobt, -wenn er es ibm ntebt wieber 
befebafft. 

Bei ber vierten (Cr febeinung 3eigt er ibm einen großen 

1) Siebe in S««f* 1/ Stubierjimmer : 

3d? will rnidj i? 1 1 t $u beinern £>ien|t »etbtnben, 
2tuf beinen Winr' niefot reiften unb nt*t ruljn ; 
Wenn xoir wie b t ii b e n wieber fünben, 
60 follfl bu mir b«8 (Bleiche tpun. 






lEtne XeufcUneuvofe *9 

gelben Beutel unb einen gro Jen SDutaten iwb vetfpticbt 
i^m jebeeseit fo»iel bavon, aie et nur ^«ben will, „aber 
icb follicbee gar niebt angenomben", rann ftcb bet VCiaitt 
tüfymen. 

itin anberes tttal »erlangt er von it>m, er folle (icb 
amüfieren, unterhalten laflen.XÜ03U ber maier bemerkt, 
„wellicbes 3Ä>ar aueb auf fein begehren gefcbet;en aber 
icb ?ber bre^ £ag nit continuitt, vnb gletcb wibetumb 
aufjgelSft worben", 

£>a er nun 3aubertunftc, <5elb unb (Senuß 3UtücrV 
weift, wenn bet Teufel fie if?m bietet, gefebweige benn, 
ba$ er (Te 3U Beengungen bee pafcts gemaebt chatte, 
wirb es wirMicb bringlicb 3U wtffen, wn& biefer tHaler 
cigentlicb vom (teufet wollte, alß er ftcb it?m »erfebrieb. 
3rgenbein tttotu> ftcb mit bem (Teufel ein3ulaflen, mu% 
er boeb gehabt ^>aben. 

iDas Crop^aeum gibt aueb fiebere Sluefcunft über 
biefen Punfct. Cr war febwermötig geworben, tonnte 
niebt, ober wollte niebt reebt arbeiten unb ^>atte Sorge 
um bie (Erhaltung feiner f£rtften3, alfo melancbolifcbe 
jDepteffton mit Slrbeite^emmung unb (betätigtet) 
Gebens fotge.XXHr fe£>en, b<x$ wir ee wtrfcltcb mit einer 
Arantengefcbicbte 3U tun £>aben, erfahren aueb, welcbes 
bieX?eranlaffungbieferCertrantungwar,biebertnaler 
felbf* in ben Bemerkungen 3U ben Ceufelebilbern ge? 






30 ©igm. St tut 



rabc3u eine tHelancbolte nennt („folte mich fear mit be* 
luftigen unfe melancoley vertreiben"). Von unferen ferei 
(Quellen em>äbnt 3«>ar bie erjte, ber (Beleitbrief bes 
Pfarrers, nur ben iDepreffton63U jtanb („dum artis suae 
progressum emolumentumque secuturum pusillas 
nimis perpenderet"), aber bie $xoeite, bet Beriebt bes 
2lbtes Svanciscus, voä$ auch bie (DiueUe bittet X>er3agt* 
t>eit ober X>erfttmmung $u nennen, benn ^iet ^ei^t es 
„aeeepta aliquä pusillanimitate ex morte parentis" 
itnb bementfprecbenb aueb in ber i£inltitun$ bee &om* 
pilators mit ben namlicben, nur umgefüllten VOotttm 
ex morte parentis aeeepta aliquä pusillanimitate. <£ß 
teat alfo fein Vatet geworben, er baraber in eine tWelan* 
ebolie verfallen, ba näherte ftcb il?m ber Ceufel, fragte 
ityn, tt>arum er fo beftür3t unb traurig fei, unb vet* 
fpracb ifym „auf alle VOei$ w Reifen unb an bie -^anbt 
3U geben". 1 

5Da verfebreibt ftcb alfo einer bem (Teufel, um von 
einer (ßemütsbepreffton befreit 3U toerben. <&exci% ein 
au6ge3eicbnete8 tHotiv nacb bem Urteil eines jeben, ber 
(tcb in bie (dualen eines foleben 3uftanbe8 einfühlen 
rann unb ber überbies tDeifj, tüietcenig ä>3tUcbe Auttf? 
von biefem üeiben 3« linbern verfielt. JDocb xcürbe 

i) Bilfe i unfe ilegenfee baju auf öem Zitelblatt, öet «Teufel in (ßeflalt eines 
„Jßrfamtn Eürgere". 



. 



fßineCeufeleneurofe 31 

fceiner, bet tiefet igt 3dE>lung fotseit gefolgt ift, erraten 
fcdnnen, wie bet XDortlaut bet "Petfcbreibung an ben 
Teufel (ober vielmehr ber beiben T>erfcbreibungen, einer 
erßen, mttCtnte unb einer 3Ä>eiten, etia>a einjUfjr fpäter, 
mit 23lut gejebriebenen, beibe angebltcb noeb in 5er 
©cbagfcammer »on tTCaria3eU t>orl?anben unb im Uro* 
pt?aeum mitgeteilt), wie alfo ber XX^ortlaut btefer T>er^ 
febreibungen gelautet t;at. 

iDiefe X>ct febreibungen bringen um $wei jtarfce Über^ 
rafcbwngen. iCrjtene nennen fie niebt eine X>erpfltcbtung 
bes Ceufels, für beten f£wl?altung bie ewi$e Selig* 
fceit »etpfänbet roirb, fonbern nur eine ^otberung be& 
(Teufels, bie bet fcHaler einhalten foll. (Cs berührt um 
als gan3 unlogifcb, abfurb, bafj bieget tTCenfcb feine 
Seele dnfetjt niebt für etwas, wae er x>om (Teufel be* 
tommen, fonbern was er bem (Teufel letften foll. Hocb 
fonberbarer klingt bie "Pcrpflicbtung bes tTCalere. 

(er(?e,mitfcb«>ar3erCintegefcbriebene ff @yngrap^a": 

ykf <Zi>viftopfy /jai^mann vnbterfdjretbe mia> 

liefen tyvvn fein leibeigener ©oljn auf 9 3«br. 

1669 Safer- 

Sroeite, mit Blut gefebtieben: 

Qlnno 1669 
Cbrijtopb. 4>ai3mann. 30) verfd)mbe mia> bifsen 
©atan, id) fein leibeigner ©ofen 3« fein, unb in 
9 3afer ifem mein Ä.eib uni> ©eel 3ti3ugef>eren. 



32 ©igm. Svtub 



TiiXte, 23eftemben entfallt aber, wenn wit ben £ett 
bet Perfcbtcibungen fo 3Utecbttüct*en, ba$ in ifyt ale 
^otbetung bee £eufele batgeffellt roitb, xt>ae vielmehr 
feine ilcijtung, alfo ^otbetung bee tHalete ijt. JDann 
bekäme bet unretftänb liebe Patt einen getaben Sinn 
unb tonnte folebetatt auegelegt roetben: JDet Ceufel 
vetpflicbtet ficb, bem tttalet butcb neun 3<*fc* e & en vct * 
lorenen tratet 3U etfegen. Hacb 2(blauf biefet Seit t>et* 
fällt bet malet mit ileib unb ©eele bem Ceufel, xoie 
es bei biefen -^änbeln allgemein üblieb wat. JDet <ße? 
banfcengang bee tHalete, bet feinen Patt motiviert, 
febeint ja bet folgenbe 311 fein: fouteb ben £ob bee X)atete 
batetQtimmungunb2(tbeit6fä^igfcettetrtgebü£t;x»enn 
et nun einen T>atetetfas bekommt, hofftet baeX>etlotene 
triebet 3U gewinnen. 

3emanb, bet butcb ben Zob feinee X>atete melan* 
cboUfcb geworben t(t, mufj boeb biefen X>atet lieb ge* 
£>abt ^aben. IDann ift ee abet fe^>t fonbetbat, ba$ ein 
folebet tTCenfcb auf bte 3bee fcommen tann, ben Ceufel 
3um £tfatj für ben geliebten T>atet 3U nehmen. 






. 



III 

DER TEUFEL ALS VATERERSATZ 

3cb befotge, eine nüchterne Ktitte* toitb un& nicht 
3Ugeben, baß xcit mit jener Umbeutung ben Bintt be& 
Ceufelepafcte bloßgelegt |>aben. Sie tt>itb 3tccierlei J£in^ 
wettbuttgen bagegen ergeben, ßttftensi es fei niebt not* 
wenbig, bieX>er|cbmbmtg«l8 einettX>ectmg an3ufe^en, 
in bem bie Verpflichtungen beibet Ceile pia^ gefunben 
^aben. Bie entölte vielmehr mit bie Verpflichtung bee 
tttalere, bie bes Ceufefe fei außerhalb ifytee Cejrtes ge^ 
blieben, gleicbfam „sousentendue". JDec tUalec vet* 
pfltcbtet ficb aber 31* 3»?eietlei, erftens 3Ut Ceufelefo^n* 
febaft bureb neun 3a£>re unb 3*»eiten8 b<*3U, fynx nacb 
bem Cobe gan3 an^eimsufallen. SDamit ift eine bet %e* 
gtunbnngen unferee Bcbluffes roeggeraumt. 

J r ( u 6 : tftnt Z( iifelonc uceü . 5 



34 6igm. .Streui» 

JDic ixctitt i£inxüenbun$ xoitb fagen, es fei nicht be^ 
teebtigt, auf ben Slusbtuclr, bee Teufels leibeigenet Qof?n 
3U fein, befonbetes (Betriebt 3U legen. SDas fei eine ge^ 
läufige Lebensart, bie jebet fb auffaffen tonne, wie bic 
geifHicben^ertettftexjetftanben^abenmögen.SDiejeübct^ 
fetjen bie in ben Petfcbtetbungen retfptocbene Sot?n^ 
febaft niebt in üpt jlatetn, fbnbetn fagen nut, bafj bet 
fcTCalet ficb bem 23öfen „maneipavit", 3U eigen gegeben, 
es auf ficb genommen ^abe, ein fünb^aftes Sieben 3u 
führen unb (ßott unb bie ^eilige jDteieinigteit 3U v et* 
leugnen. XDatum follten xoit uns von btefet naheliegend 
ben unb unge3!ccungenett 2luffaffung entfernen? 1 3Det 
©acbvet^alt wate bann einfacb bet, ba$ ficb jemanb 
in bet (kual unb Äatlofigfceit einet melancbolifcben 3De^ 
pteffion bem Ceufel verfebteibt, bem et aueb bas ßdrtfie 
t^etapeutifebe Binnen 3Uttaut.JDafjbtefeX)etfiimmung 
aus bem£ob bee Vatets l?ett>otging, tomme niebt weitet 
in Bettacbt, e& fyatte aueb ein anbetet 2(nlafj fein fönnen. 
JDas Hingt ftatt* unb vernünftig. (Segen bie Pfpcboana^ 
lyfe ergebt ficb teiebet betX>ottoutf, ba$ fie einfacbeT>et* 
^dltni(feinfpi^fi'nbigetXOeifetompli3iett,(ße^eimnifle 
unb Probleme bott fte^t, reo fie niebt etifHeten, unb baf? 

i) J n 6« lat »erben wir fpater, wenn wir erwägen, wann unb für wen biefe 
ferfebreibungen abgefaßt würben, felbfl einfeben, baß tljr lert unauffällig unb 
allgemein»« rflänblicb lauten mufte. £b reicht uns aber bin, wenn er eine 3wet» 
beutigfeit bewabrt, an welcbc aueb unfere Auslegung anknüpfen fann. 






Ktne Xeufeleneurofe 37 

fie biee beraerfftelügt, tnbcm fte tteine unb nebenföcb* 
liebe 3üge, *^* e mait f* e Ww^tt ftnben Sann, übermäßig 
betont unb 3U Crägern ber weitgefjenbften unb fccmb^ 
artigften Scblüffe ergebt. T>ergeblicb würben wir bat 
gegen geltenb machen, bafj butcb biefe 2lbweifung fo 
viele (cblagenbe Analogien aufgehoben unb feine 3«=* 
fammen^dnge 3errtffen werben, bie wir in biefem £alle 
auf3etgen tonnen. JDie (Begner werben fagen, biefe #na== 
logien unb 3ufammen|> «Inge befielen eben niebt, fonbern 
werben von uns mit überflüffigem Scbarfftnn in ben 
$a\X hineingetragen. 

tXun, icb werbe meine Entgegnung niebt mit ben 
XV orten einleiten: feien wir e^rtieb ober feien Wir auf* 
riebtig, benn bae m\x% man immer fein tonnen, o(?ne 
einen befonbeten 2lnlauf ba3u 3U nehmen, fonbern icb 
werbe mit jcbltcbten Worten vetftebern, ba$ icb wot?l 
Xüei% f xoenn jemanb niebt bereite an bie 23erecbtigung 
ber pffcboanatytifcben JDenfcweife glaubt, werbe er 
biefe Über3eugung aueb niebt aus bem S*& bes tHalere 
<Ztyt.J>>aiT$mann im fieb^efynten'ZafytfyunbettQexüinnen. 
tfts iß aueb gar niebt meine 2£bficbt, biefen ^all als 23e* 
weismtttel für bie (ßültigfcett ber Pftcboanatyfe 3u t>er* 
werten; icb ferje vielmehr bie Pfycboanalyfe ab gültig 
voraus unb rerwenbe fte ba3U, um bie bdmonologifebe 
f£rrranfcung bee Jttalers auf3utUren. £>ie23erecbtigung 



► 



38 ©tgnt. Streut» 

t?«3U neunte icb aus bem (Erfolg unferer ,£or|cbungen 
übet bas XÜefen ber £Teurofen überhaupt. 3" a ^et "&e< 
fcbeibenl?eit barf man es ausfpreeben, baf? ^>cutc felbfi 
bie Stumpferen unter unferen 3eit? unb ^aebgenoffen 
em3ufel?en beginnen, bafj ein T^erftanbnis bet neuron 
tifeben 3ujtanbe o^ne -&ilfe bet pfrcboanatyfe niebt 3U 
erreieben ifi. „JDie Pfeile nur erobern Croja, fte allein", 
benennt ber (Db^ffeus in ©opbofcles' Pbilofctet. 

Wenn es rtebtig ijt, bie Ceufelsttetfcbreibung unferes 
fcHalers als neurotifebe Pbantafte an3ujeben, fo bebatf 
eine pfycboanatytifcbeXIOürbigungberfelben feiner xoei* 
teren Cntfcbulbigung. 2fucb fcleine 7ln$äcbm fyaben 
i^ren ©inn unb VOett, gan3 befonbers unter ben tiinU 
(lebungöbebingungcn ber Heurofe. HTan rann fte frei? 
lieb ebenfot»ol?l überfebarjen wie unterfcbäcjen, unb es 
bleibt eine Sacbe bee Hatte, wie weit man in it?rer Vet* 
tpertung geben will. XOenn aber jemanb niebt an bie 
Pfycboanatyfe unb nicht einmal an ben Ceufel glaubt, 
muß es tbm überlaffen bleiben, xx>a& er mit bem £all 
bes tHalers anfangen will, fei es, ba% et beffen £t* 
Cldrung aus eigenen tHitteln befreiten tann, fei es, ba$ 
et nichts bet (Ctfclärung 25ebürftiges an ibm finbet. 

VOit legten alfo w unferer linnafyme 3urücf, bafj bet 
(Teufel, bem unfer tTTaler ftcb »erfebreibt, i^m ein bi* 
retter X>atererfag i(i. 5Da3U ftimmt aueb bie (Behalt, in 






I< 









ig ine Xeufeleneuroft 41 

ber et ifym 3uer(t erfebeint, als e^t famer älterer £ur= 
gersmann mit braunem Vollbart, in rotem tTCantel, 
fcbxoai-sem -&ut, bie Äecbte auf ben Bto^ geflutt, einen 
fcbxr>ar3en -faunb neben (leb (3ilb 1).' Später roirb feine 
(Crfcbcinung immer fcbrecFbafter, man mochte fagen 
mYtbologi|cber:^örner,2fblerHaucn,£lebermau8fIügel 
xoetben 3U it>rcr 2£usftattung rerwenbet. t>um Scblufj 
erfebeint er in ber Kapelle als fliegender JDracbe. 2luf 
ein bejiimmtes JDetail feiner fcorperlicben (ßeßaltung 
xoetben xoit fpäter 3urücrtommen muffen. 

£>aß ber Ceufel 3um (Crfag eines geliebten Paters 
gerodelt xoitb, Hingt xoitUicb befrembenb, aber boeb 
nur, "wenn xoit 3um erjtenmal baron b$ren, benn xoit 
reiffen maneberlei, xpasbteüberrafcbungtmnbern rann. 
3unäcbft baf? <Sott ein Patererfag ijt ober riebtiger: 
ein erböbter Pater ober noeb anbete', ein rtaebbilb bes 
Paters, xoie man i^n in bet "Kinbfyeit fab unb erlebte, ber 
Cin3elne in feinet eigenen TMnbfyeit unb bas tTCcnfcben? 
gefcblecbt in feiner Por3eit als Pater ber primitiven Ur= 
borbe. Spater fab ber (£in3elne feinen Pater anbers unb 
geringer, aber bas tmblicbe Porftellungsbilb blieb er* 
balten unb verfebmok mit ber überlieferten (£rinne* 
rungsfpur bes Urvaters 3ur (ßottesrorjteUung bes i£in? 

1) TLua einem folcfcen febwarjen ^unfc entwickelt f«cb bei (Boe tl?e fcer teufel 
felbft. 

S rt 11 1> : tf ine I«uftl»imirofe. f> 









4 2 



€>igm. Steiit» 



3elnen. VOit noiffen aucb am bet (Sebeimgefcbicbte bee 
3nbh) ibuums, roelcbe bie TLnaitfe aufbecFt, ba$ ba& 
Vctfy&ltniß 3U biefem T>atet vielleicbt vom Anfang an 
ein ambivalentes xoat, jebenfalle halb fo xvutbe, b. b« 
es umfaßte yceti einanbet entgegengefegte (Befütyl&t 
regangen, niebt nur eine 30" ttlicb untemmtfige, fonbetn 
aueb eine feinbfelig ttogtge. JDtefelbe Tlmbivaiem be* 
bettfebt nacb unfetet 2Cuffaffung ba& Vetfyaltnis bet 
tTCenfcbcnatt 3U ifyvtt (Bottfyeit. Tlue bem niebt 3U i£nbe 
gekommenen XVibetftveit von *?atetfebnfucbt einetfette, 
2lng(? unb Bobnesttos anbetfeite baben xcit une xoi<b* 
tige tfyataHete unb entfebeibenbe ©cbicffale bet Keli? 
gionen etfclätt. 1 

Vom böfen iDämon tx>i(fen wit, ba$ et ab VOibevpavt 
(ßottee gebaebt tß unb boeb feinet Hatut febt nabe (lebt. 
Seine (ßefebiebte i(t alletbmge niebt fo gut etfotfebt xoie 
bie (5ottee, niebt alle Religionen baben ben böfen (Beiß, 
ben (Segnet (ßottes, aufgenommen, fein X?otbilb im inbi= 
vibuellen Ä,eben bleibt 3unäcbft im SDunfceln. 2(bet eines 
(lebt fe(l, (Bittet Unnen }u böfen ^Dämonen xcetben, 
xcenn neue (Söttet fte vetbtängen. XOenn ein VoVt von 
einem anbeten befiegt roitb, fo voanbeln (icb bie ge* 



1) Siebt „lotem unt> JEabu" (<Bef. Schriften, 23i>. X) unb im äiinjtlnen 
Zt). & t i F, JDab Ritual Om«8©''25üct>er, 23l>. XI, jf ntern«tionaltr Pfydjoanaly tifther 
Petlflg, XDicn). 






iEtnc TEcufelencutrofc 43 

ftür3ten (Sötter betBeftegten nicbt feiten für bas Biegen 
rolfc* in JDämonen um. SDer bdfe SDämon bee cbrijHicben 
(ßlaubene, ber (Teufel bes fcHtttelaltere, war nacb ber 
ebrijtlicben trfyt|>ologie felb|t ein gefallener *£ngel unb 
gottgleicber £7atur. *£e brauebt nicbt viel analytifcben 
Scbarffinne, um 3U erraten, ba$ (Bott unb (Teufel ur^ 
fprünglicb ibenttfeb waren, eine etn3tge (ßefialt, bte 
fpäter in sxoei mit entgegengefegten *£tgenfcbaften 3er^ 
legt würbe.* 3n ben Ur3eiten ber Religionen trug (ßott 
felbft noeb alle bte febreef enben 5üge, bie in ber £olge 
3U einem (BegenftücF von if?m vereinigt würben. 

j£e if* ber une wohlbekannte Poegang ber 3er= 
legung einer Potßellung mit gegenfinnigem — ambt* 
xsalentem — 3«!?alt in 3Wei febarffcontraftierenbetöe* 
genfSrje.JDieXt)iberfprücbe in ber urfprünglicbennatur 
(ßotte8finbaberetneBpiegelungber2lmbit?alen3,tr>elcbe 
bae Perf?ältnt8 bee f£in3elnen 3U feinem perfönlicben 
Pater be^ertfebt. XVenn ber gutige unb gercebte (ßott ein 
Patererfag i(l, fo batfman ftcb nicbt barüber xeunbetn, 
b<x$ aueb bie feinblicbe f£in|tellung, bie ifyn tyafit unb 
fürebret unb ftcb über ifyn befclagt, in ber ©cböpfung 
bee &atan& 3um 2luebrucf gekommen iß. JDer Pater 



1) Siebe Il>- Ä t i f, jDcr eigene unb bev frembe <Bott. 3ur Pfydjoanalyfe ber 
religiöfen £ntix>i<flung. Qm.igo-'Büebet 25b. III, 19*3) «m Bapitel: (Bott unb 
«teufet. 

6' 



44 ©tgm. 5reu& 

tü&tc alfo bas wbimbuelle XXtbiib fotootyi (Bottes rote 
bes (Teufels, JDie Religionen trwrben aber unter ber 
untilgbaren nacbroirrung berfcatfacbe fteben, baf* ber 
primitive Urvater ein uneingefcbränfct böfesXDefentr>at, 
(Bott weniger a"bnltcb als bem Teufel. 

^reilicb, fo leiebt iftes niebt, bte Qpur ber fatanifeben 
2luffaffung bes VaUte im Seelenleben bes titinselnen 
auf3U3etgen. VOenn bei Knabe S^^en unb Karikaturen 
3eicbnet, fo gelingt es etwa nacb3UXDeifen, ba$ et in itynen 
ben Vatet üet^o^nt, nnb wenn beibe (Befcblecbter ftcb 
näcbtlicbem>eife vor Räubern nnb f£tnbrecbem febret^ 
fcen, fo fyat bie Ürrfcennung berfelben als 2£bfpaltungen 
bes Daters hine Scbroierigfceit. 1 2lucb bie in ben Hiet? 
Phobien bet Rtnbet aufttetenben (Tiere jtnb am bä ufig^ 
|ten X>atererfarj wie in bet XXtieit bas (Totemtier. So 
beutlicb abet wie bei unferem neurotifeben fcHaler bes 
|ieb3ebnten "^atytfyunbette fyott man fonff niebt, bafj 
bet (teufet ein £Tacbbilb bes Ratete ift unb als *£rfatj 
für ifyn eintreten rann.JDarumfpracbtcb eingangs biefec 
Arbeit bie *£ttr>artung aus, eine fotebe bämonologifebe 
Rranfcengefcbicbte xoerbe uns als gebiegenes iTTefaU 
3etgen, was in benETeurofen einet fpätcren, niebt mebr 
abergldubifcben aber bafur bypoebonbrifeben Seit müfy* 

i) 2tte ÜStnbrtcber ttfd?«»nt >« Vattr VOolf aud? in bem brannten tTIsrdKn 
»OH ben fitbtn (ßetßUin. 



. 



Jßinc "Ecufclöttcurofe 4f 

felig burcb analytifcbe Arbeit aue bem *£r3 ber '-Einfälle 
unÖ Symptome öatrgcpctlt raetben mufj.' 

Btdrfcere Über3cugung werben wir wabrfcbetnltcb 
gewinnen/ wenn wir tiefet in bie 2fna lyfe ber i£than* 
fcnng bei uttferem tHalcr einbringen. JDa$ ein tTlann 
burcb ben Cob feines T>aters eine melancboltfcbe JDe* 
preffton unb 2(rbeit8beinmung erwirbt, ijt niebts Un* 
gewöbnltcbee. VOiv fcbltefjen batam, bag et an biefem 
Vatet mit befonbers ßarfcer iltebe gebauten b at / im & 
erinnern une batran, x»ie oft aueb bie febwere tTTelan^ 
ebolie ab neurotifebe ^orm ber Crauer auftritt. 

JDartn baben wir gewifj reebt, niebt aber, wenn wir 
weiter fcbliefjen, bafj biee X>erb&ltni8 eitel itiebe ge= 
wefen fei. 3m (Begenteii, eine Trauer nacb bem T)erlu(t 
bes Paters wirb ficb um fo eber in tHelartcbolie um* 
wanbeln, je meb* ba& "Perbältnis 3« ib m "" Seieben 
ber 2Cmb«?alen3 fianb. JDie -^errorbebung biefer ?im* 
bivalent bereitet une aber auf bie tHoglicbrcit ber <£r= 

1) XOtnn te um fo feiten gelingt, in unferen »nalyfen ben leufel alß Daten 
etfaQ aufjufinben, fo mag Kits darauf binxseifen, baß biefe 5'gut &« mittel-- 
alterlicben CTJytbologie bei ben Perfonen, bie fieb unfecer 2(nalyfe untergeben, 
il?re Xolie längft auegefpielt bat. jDem frommen <Cbri|ten früherer jfabrbunberte 
war ber (Blaubc an ben leufel nid?t weniger PfUcbt als ber (Klaube an (Bott. Jll 
ber Cat brauebte er ben Xeufel, um an (Bott feflbalten 3u rönnen. 23er XücFgang 
ber (BläubigFeit bat bann aus »erfebiebenen (Brünben juerfl unb junädjft bie Perfon 
bee leufela betroffen. 

Wenn man f»cb getraut, bie Jbee bee Seufele als Datcrerfag Fulturgefcbitbtlicb 
;u verwerten, fo rann man aueb bie ^erenprojeffe bea OTittelaltera in einem neuen 
Jlicbte feben. 



4.6 @igm. Svtub 






niebrigung bes Katers vor, wie fte in ber (TeufeUneu^ 
rofe bes tHalecö 511m SJaisbrucr* tommt. Könnten tüte 
nun von Cf?r. ^>atgmann fo viel erfaßten wie von einem 
Patienten, ber fieb unferer Tinalyfe untersteht, jo roäre 
es ein leiebtes, biefe2Cmbtt>alen3 $u entwidteln, ifym 3ur 
Erinnerung 3U bringen, wann unb bei weichen 2fol<lffeit 
er (ßrunb befcam, feinen Pater 3U fürebten unb 3u Raffen, 
vor allem aber bie afcsibentellen tTComente auf3ubecr*en, 
bie 3U ben frypifeben fcTCotiren bes Paterbaffes b>in$u* 
gekommen ftnb, belebe in bet natürlichen Sobn^Pater* 
Be3iebungunr»ermciblicb*Dur3eltt.PteUeicbtfä , ubebann 
bie 2£tbett8bemmung eine fpe3telle %ufUatun$. (Ee tfi 
möglicb, ba$ ber Pater ftcb bem XPunfcb be& Bornes, 
Ulaler 31t werben, roiberfetjt t>attc; be|fen Unfdbigtett, 
feine Kunjt nacb bem Cobe bes Paters au83uüben, wäre 
bann einerfetts ein 2lu8btucf bee bekannten „naebträg* 
lieben (ßeborfame", anberfeite wütbe fte, bie ben ©obn 
3ttr Selbfterbaltung unfähig ntaebt, bie Sebnfucbt nacb 
bem Pater ale Bejcbütjer vot bet ilebensforge |teigern 
muffen. 211s nacbträgltcber (Beborfam x»äre fte aueb 
eine #ufjeruug ber Äeue unb eine erfolgreicbe Selbjr* 
beftrafung. 

JDatüir eine folcbe2(nalvfemttCbr.^aiQmann,t 1700, 
niebt aufteilen tonnen, muffen xoir uns barauf bc? 
fcbrdnten, biejenigen 5»ge feiner Kran fcengefebiebte ber* 



« 






lEineCeufeleneurofe 47 

vctwtytbtn, welcbe auf bie typifcben 2(nläffe 3u einet 
tiegattrett TPatereinftellung l?inweifeii innert. *£e ftnb 
nur wenige, triebt fe^r auffällig, aber reebt tntereffant. 

Torerft bie Äolle ber 5a^l Heun. iDer Patt mit bem 
23<5fen wirb auf neun 3<*b" gefcbloffen. 3Der gewiß 
unrerbäcbtige 23ericbt bes Pfarrer» von pottenbrunn 
äußert ftcb fclar barüber : pro novem annis Syngraphen 
scriptam tradidit. JDtefer vom 1. September 1677 ba* 
tierte (Seieitbrief mei$ aueb an3ugeben, ba$ bie ,$rijt 
in xoeni^en Cagen abgelaufen wäre: quorum et finis 
24 mensis hujus futurus appropinquat. SDie X>erfcbret* 
bung wäre alfo am 24. September 1668 erfolgt. 1 3<*/ in 
biefem 23ericbt \)<xt bit 5abl tttun noeb eine anbere T>er^ 
wenbung. Nonies, neunmal, will ber tHaler ben Vet* 
fuebungen bee 23Sfen xvibevftanbcn traben, e(?e er ftcb 
ibnt ergab. JDiee iDetait wirb in ben fpäteren Berichten 
niebt me^r erwähnt; Post annos novem, b>ei$t es bann 
auch im2ltte|t be& 2lbtee unb ad novem annos, wieber^ 
bolt ber Kompilator in feinem 2lU83iig, einlSeXüeis, bafj 
biefe 3al?l niebt als gleicbgültig angefeben würbe. 

JDte rjeunja^l ift un& au» neurotifeben Pbantafien 
wobl befcannt. Sie ift bie 5a^l ber Scbwangerfcbafte^ 
monateunb lentt, wo immer fte vorkommt, unfere2luf^ 

1) ©tr Wib«fprud?,b«ß fett »tt&ergcgebtnenPtrrcbreibungen btifee &<e Jflbre«-' 
jabl 1669 itiQtn, «rieb un« fpSt« btfdyäftiQtn. 






48 ©igm. Svtub 

mtvtfxmUit auf eine Scbroangerfcbaftepbantafte tyn. 
Bei unferem tTCaler Rubelt ee ficb freilicb um neun 
3abre, niebt um neun tHonate, unb öie Heun, wirb 
man fagen, ijt aueb fonjt eine bebeutungsrolle Safcl. 
2(ber wet weift, ob bie Heun niebt überhaupt ein gutee 
Ceti ifyvet <&eiligfcett ij?ter Kolle in ber Scbtoangerfcbaft 
vetbanU; unb bie XEanblung von nenn tHonaten 31* 
neun 3a^ren brauebt uns nicht 3U beirren. XCit xciffen 
x>om £raum \)et, xoie bie „unbefugte (fxifteßtätigfeit" 
mit ben Säulen umfpringt. Creffen voiv 3. B. im Craum 
auf eine $ünf, fo ift biefe jebesmal auf eine bebeutfame 
SünfbesXOacbiebens 3urücf3ufübren, aber in ber&ea* 
lität xoaten es fünf 3ab« ttltcrsunterfcbieb ober eine 
(5efellfcbaft »Ort fünf Petfonen, im Craum erfebeinen 
ixe ab fünf (ßelbfcbeine ober fünf Stücfe <2>bjt. 5Dae 
beigt bie 5abl witb beibebalten, aber iiyt Henner be= 
liebig, je nacb ben 2lnforberungcn ber X>crbicbtung unb 
X>ecfcbiebungx3ertaufcbt.neun3ab«imCraumWnnen 
alfo gan3 leiebt neun tHonaten bet XEirfclicbfceit ent* 
fpreeben. 2(ucb fpielt bie £raumarbeit noeb in anberer 
XX)eife mit ben %ab>ien bee XEacblebene, inbem fie mit 
fouseraner (Sleicbgültigfceit fieb um bie Hüllen niebt 
bekümmert, fte gar niebt reit Sagten bebanbelt. ^ünf 
JDollars im Craum tonnen funf3ig, fünfbunbert, fünf* 
taufenb JDollars bet ÄealttÄt vertreten. 



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(Eine TCeufeUneurofe 49 

titin ankette JDetatl in ben 23e3iebungen bee JTlalers 
3um Ceufel teeift un& gleicbfalls auf bie ©erualität bin. 
3Das erjiemal fic^t er, xt>ie febon era>äbrtt, 5ctt Bofen in 
ber Crfcbetnung eines e^rfamen Bürgere. Tibet (ebon 
t)«8 näcbjte tHal ift et naeft, mißgeftaltet unb fyat ycoei 
Paar xveibiiebet Brü|ie. JDte Brüjie, balb etnfacb, balb 
mebtfacb »orbanben, feblen ittttt irt feiner bet folgerte 
ben (Crfcbeinungen. ETur in einet betreiben 3eigt bet 
(Teufel außer öen Brü jten einen großen, in eine @cb lange 
auslaufenden Penis. JDiefe Betonung bes roeiblicben 
<ßefcblecbt6cbarar*ter8 bureb große, bängenbeBrüfte (nie 
finbet ftcb eine 2lnbeutung bee raeiblicben (Benitalee) 
muß un& als auffälliger XXHbcrfprucb gegen unfere 2ln^ 
nannte erfebetnen, ber Teufel bedeute unferem tTCaler 
einen Vatetetfaq. titine folebe JDarflellung bee Teufels 
ift aueb an xxnb für ftcb ungeroobnlicb. XDo Ceufel ein 
(ßattungebegriff ift, alfo (Teufel in bet tTCeb^abl aufs 
treten, bat aueb bieSDar|teliung von roeiblicben (Teufeln 
niebts Befrembenbes, aber baß ber eine (Teufel, ber eine 
große jjnbimbualität t(t, ber-^errber -^ölle unbXEiber* 
faeber (Bottee, anbere als männlicb, ja übermännlicb 
mit Römern, Bcbwetf unb großer Peniefcblange ge= 
bilbet toerbe, febeint mir niebt ror3utommcn. 

2lu8 biefen beiben Meinen 2ln3eicben laßt jlcb boeb 
erraten, xselcbee typifebe ITloment ben negativen Znteii 

5 c c u b : tüinc ZcuftUncuroft. 7 



fo &i$m. Svtub 

feines Vatttvttfy&ltniffes bebittgt. JDas, wogegen er ftcb 
fträubt, tfl bte feminine j£inftellung 3um Vatct, bic in 
ber P^antafie, ifym ein IMnb $u geboren (neun ^afyte) 
gipfelt. XXHrfcennenbiefenXXHberfianbgenauausunferen 
2(natyfen, tco et in ber Übertragung fef?r merrxpürbige 
formen annimmt unb uns viel 3u febaffen maebt. tHit 
ber £rauer um ben verlorenen Vatct, mit ber Steigen 
rung ber Be^nfucbt nacb üpm, toirb bei unferem tHaler 
aueb bic längftrerbrängteQcbtPangerfcbaftspbantafie 
reaktiviert, gegen bic er ftcb bureb Heurofe unb Vatct* 
erniebrigung teebren mug. 

VOatum tragtaberber3um CeufelberabgeferjteT>ater 
bas fc$rperlicbe tHerfcmal bes XCeibes an ftcb? JDiefer 
3ug erfebeint anfangs febteer beutbar, balb aber ergeben 
ftcb sxvei ißrfclamngen für ifyn, bic mttemanber Ion* 
rurrieren o|>ne cinanbet aus3ufcbliefjen. £>ie feminine 
(EinfieUurtg 3um 'Eater unterlag ber 'Perbrängung, fo* 
balb ber Knabe verfianb, b<x$ berXX>ettbett>erb mit bem 
VOeib um bie iliebe bes Katers bas aufgeben bes eigenen 
mdnnlicben (Senitales, alfb bic Kaftration, 3ur 23ebin* 
gung bat. JDie 2lblebnung ber femininen (Cinftellung 
ift alfo bic £olge bes ©träubens gegen bic Kafrration, 
fte finbet regelmäßig U?ren fHrfcften 2lusbrucr* in ber 
gegen färjltcben pi?antafte, ben Vatct felbf? 3« raftrieren, 
ü>n 3um XEeib 3U macben. JDie 25rüfte bes Teufels ent^ 






























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ßinc Ceufelencurofe j3 

fptdcben aljo einet Projektion bet eigenen VOeibiicbhit 
auf ben X>atererfag. 5Die anbete (CrfcUtung btefer 2Cus= 
jtattung bes Ceufelefcorpere b<*t niebt rne^r feinbfeltgen, 
fonbern 3ärtUcben ötnn; fie erb lieft in biefer (Besaitung 
ein 2ln3eicben bafür, bafj bie infantile 3<5ttlicbfccit von 
bet ttluttet tyet auf ben Vatet vetfeboben tt>orben ift, 
unb beutet fo eine ftatte, rorgängige tnutterfrietung 
an, bie i^eeefeite lieber für ein @tucr* ber ^einbfeligfcett 
gegen ben X>ater retanttsottltcb ift. JDie gtofjen 23rüfte 
ftnb bas pofttive <£efcblecbt8renn3eicben ber VCiuttet, 
auch 3» einet Seit/ wo ber negative Cbarafcter beeXEetbee, 
bet Peni&mangei, bem Ikinbe noeb niebt begannt ift. x 

XPenn basXXHberftteben gegen bie2(nnabme ber &a* 
(ttation unfetem JTlalet bie Ätlebigung feinet T>atet*= 
febnfuebt unmoglicb maebt, fo i(i ee überaue verftänb* 
lieb, ba$ et fieb um &ilfe unb Rettung an ba& Bilb bet 
tHutter xcenbet SDarum erklärt et, ba$ nut bie ^eilige 
tTCutter (ßottes von tnaria3ett ifyn vom Pafct mit bem 
tteufel löfentann, unb etfyait am (ßebuttstag bet tHuttet 
(8. September) feine ^tei^eit xvieber. <Db bet lag, an 
bem bet Patt gefebtoflen tvurbe, bet 24. September, 
niebt aueb ein in abbliebet VOeife au8ge3eicbnctet (tag 
xvar, werben xx>it natütlicb nie etfabten. 

1) Vgl. „itint %int>t)titBtvinnnun$ fcce jUeorwcbo &ft Vinci" (<Bef. 0d?riften, 
25». IX.) 






5"4 ©tgm. Stent 



Kaum ein anfceree Stütf bex pfycboanalYtifcben i£t* 
mittlungen aus bem Seelenleben bee Kinbee Hingt bem 
normalen JEttDacbfenen fo abftofenfc unb Unglaube 
roürfcig xoie bie feminine f£injtellung $um Vatex unb 
bie aus ifyx folgende Scbx£>angerfcbaft8pbantafte bee 
2^nabcn. VOix tonnen ctfl ol?ne Beforgnis unb ofyne 
Bedürfnis nacb C£ntfcbulbigung von ifyx veben, feitbem 

berfäcbOfcbeSenatspta^tbentiDanielpaulScbrebet 
bie (ßefebiebte feiner pftebotifeben (etfcranhmg unb voeit* 
ge^enben -&etjhUung begannt gemaebt bat. 1 2£u8 btefet 
unfebagbaten r>er$ffentltcbung erfaßten xoit, bafj bet 
J>exx Senatspraftbent etwa um bae funfjtgfte 3<t£t 
feines ilcbens bie fiebere Über3eugung befcam, ba$ (Sott 
— ber übrigens beutlicbe Süge feinee Vatexe, bee x>tx* 
bienten Zxtfee $Dr. S cb r e b e c an jicb tragt - ben VtnU 
fcblufj gefaßt, ü>n3U entmannen, akEOetb 3U gebraueben 
unb aue ifym neue tHenfcben von Scbrcberfcbem (Seift 
ent|tet;ert 3U laffen. (*£rix>ar felbji in feiner *£b c tinfcet* 
los geblieben.) 7ln bem Sträuben gegen biefe 2lbftcbt 
(Bottee, xoeiebe u>m b<5cb|t ungereebt unb „tDeltotbnungs.- 
ttnbrig" vorkam, erfcranfte et unter ben (Crfcbeinungen 
einer paxanoia, bie ficb aber im SLaufe bex 3a^re bie 

1) JD. p. Sdjreber, jDenFtrürbigFeiten eines ttereenFranFen, Jlctpjtg iqoj. 
Vgl. meine 2fnalyfe oe» 5aUeu Gdjreber (Pfydjoanalyrifcbe »emerFungen übet 
einen autobiograpljifcb befd?tiebenen 5«U *>on Paranoia. (Bef. Sdjciften, Bb. VIII). 










v pyb^Jx* 












fr 



*; 



Süd* i&g*^ 

&$^ %,&&, &~Jfäf4t g^*4»& J«&jLJ 














ißinclteufclöncurofc 57 

auf einen geringen &eft riicfbilbete.SDer $eiftv>o\leVet* 
faffet feinet eigenen Kranfcengefcbicbte Sonnte roobl 
nicht cfynm, ba$ et in ifyt ein typifebes patbogenes 
tHcment aufgebeeft batte. 

JDiefes ©träuben gegen bie Äaftratton ober bie fe* 
minine (Emflellung b*t Zifteb Zbiet aus feinen $t* 
ganifeben 3ufammenbättgen gertffen, in feiebte ober 
falfcbe Be3te^nngen 3«m tTCacbtjttebcn gebracht unb 
aU „männlicben proteft" felbfUnbtg btngeftellt. JD4 eine 
Heurofe immer nur aus bem Konflikt 3*»eier ©ttebun^ 
gen beroorgeben Sann, ift es ebenfo berechtigt/ im männ^ 
lieben Proteft bie "Perurfacfeung „aller" Henrofen 311 
feben teie in ber femininen (Einteilung, gegen xoelcbe 
protefttert xoitb. Äicbtig ift, bafj biefer mannlicbe Proteft 
einen regelmäßigen Anteil an ber <£|>atafctetbübung bat, 
bei maneben Cypen einen fe^r großen, unb ba$ et uns 
als febarfer XVibetftanb bei ber 2Cnalyfe neurotifeber 
Hlänner entgegentritt. iDie Pftcboanalyfe tpürbigt ben 
mdnnlicben proteft im $ufammenbang bes Kaftratione* 
rompleres, o^ne feine Zumacht ober 2(llgegema>art bei 
ben rteurofen vertreten 3W tonnen. SDer ausgeprägtere 
Sau von mannlicbem Proteft in allen mamfeftenÄcatV 
tionen unb Cbatafctet3ttgen, ber meine 23ebanblung auf* 
gefuebt fyat, beburfte ifyttt xt>egen einer Sxcangeneurofc 
mit (Dbfeffionen, in benen ber ungeläfte Konflikt ya>\* 

S 11 u 6 : tfint ZtufcUnturoft. t 



f8 6igm. Sreufc 

fcben mdnnlicber unb roeiblicber (Cinftellung (&a|rra= 
tioneangjtunb&ajtrattonöluft) 311 beutlicbemSiUöbrucr* 
tarn. Überbies b^tte ber Patient ma|ocbijtifcbe Pban^ 
tafien entroicMt, bie burcbaus auf ben Xüunfcb, bte 
Kajiratton ansunc^mcn, 3urücJgirtgen, unb *t>ar felbfi 
von biefen p^antaficn 3ur realen 23efriebigung in per^ 
tterfen Situationen x>orge|cbrttten. JDae <5&n$e feines 
5u|ianbe8 beruhte — xcit bxt 7lb lerfcbe (C^eocie übet* 
baupt — auf ber T>erbrängung, Verleugnung früb^ 
infantiler jUebeöftrierungen. 

JDer ©enatsprdftbent S cb r e b e r fanb feine Teilung, 
als er (tcb entfcblofj , ben XXHberftanb gegen bie&ajtra* 
tion auf3ugeben unb (leb in bit i^m von (ßott 3uge? 
baebte Ä>eiblicbe Äolle 3U fügen. (Cr trmrbe bann Uav 
unb ru^ig, konnte (eine Jßntlaflung aus ber^nfialtfelbjr 
burebferjen unb führte ein normales iLeben bte auf ben 
einen Punh, ba$ er einigt Stunben taglicb ber Pflege 
feinerXCeiblicbJeittpibmete/Vonberenlanglamem^orts 
(ebreiten bis 311 bem von (Sott beftimmten 5iel er uber^ 
3eugt blieb. 



IV 
DIE ZWEI VERSCHREIBUNGEN 

tititt mtttwütbi$t6 JDetaÜ in bct (ßefcfcicbte imfetes 
tTTalers ift bit 2fngabe, ba$ er bem Ceufel }xcti vtt* 
fcfciebene >?erjcbreiburtgcit ausgepellt. 

5Die erjte, mit fcbtt>ar3er Cmte gefebtiebette, ^atte btn 
VOottlaut*. 

„yfy tyv. 4v »nbterfdjFetbe mid) biefen / cmi fein leib» 
eigener ©ob" ««ff 9 Oabr." 

3Die 3XX>ette, mit Blut gefebrteben, lautet: 

»Cfr. <>• Cfö »erfd>mbc mid) bißen Satan id> fein leib« 
eigener ©obn $u fein vnb in 9. 3abi* i^tti mein Heib unb 
©eel 3U3ugeberen." 

23eifce follen 3m: 5«t fcer 2tt>faflung fcee Crop^aeum 

im Tit^iv von OTarta3ell im «Drtginal votfyanbtn ge= 

xrefeu fein, betfce tragen bic nämÜcbe 3<*b* C8 3rtbl tä$* 



6o 6igm. 5reu& 

3cb fyabe bie hüben Verfcbreibungen bereite mtfyt* 
male evcoafynt Mb unternehmt ee jegt, mieb eingeben^ 
ber mit i^nett 311 befebäftigen, obwobl gerabe bier bie 
(ßefabt, Kleinigkeiten 3« überfebägen, befonbere bro# 
benb erfebeint. 

5Dic Catfacbe, bag ftcb einet bem (Teufel 3Weimal vet* 
febreibt, |o ba$ bie erjte Scbrtft bureb bie ycoeite erfetjt 
wirb, o^ne aber ifyve eigene (Bültigteit 3U verlieren, iß 
ungewöhnlich XHelleicbt befrembet fie anbete weniger, 
bie mit bem Ceufelejtofif vertrautet (tnb. 3cb tonnte nur 
eine bejonbere Cigentumlicbfcett unferee Saües batin 
fel?en unb würbe migtrauifcb, ale icb fanb, bafj bie3e* 
riebte gerabe in biefem Punfct niebt 3ufammenjiimmen. 
JDie Verfolgung biefer Xüiberfpriicbe wirb uns in un* 
erwarteter Weife 3U einem tieferen VerjUnbnie ber 
Kranfcengejcbtcbte leiten. 

JDae (ßeleitfcbreiben bee Pfarrere von Pottenbrunn 
weift bie einfaebften unb tlarjten Verbältniffe auf. 3n 
i^m ijt nur von einet X)er(cbreibung bie &ebe, bie ber 
fcHaler vor neun3ab cert mit23lut gefertigt, unb bie nun 
in ben nacb|ten Cagen, am 24. September, fällig wirb, 
fte wäre al(o am 24.©eptember 1 66% auegeftellt worben; 
leiber i(i biefe 3a^>ree3abl/ bie ftcb mit ©icber^eit ab^ 
leiten lägt, niebt auebrücf lieb genannt. 

5Der 2ltte{t bee 2lbtee ^ranciecue, wie wir wiffen, 



JEtne Teufe leneuvofe 61 

wenige Cage fpätet batiert (12. September 1677), er* 
wdbnt bereite einen fcompltsierteren Qacbwerbalt. (£s 
liegt na^e an3unebmen / bafj ber ttlaler in3Wifcben ge* 
nauere Mitteilungen gemaebt ^atte. 3» biefem 2ftte|t 
wirb e^ä^lt, bafj ber tTCaler 3WeiT>erfcbretbungen von 
ftcb gegeben, bie eine im 3al?re 1668 (wie es aueb nacb 
bem (ßeleitbrief fein müfjte) mit fcbwar3er Cinte gc* 
febrieben, bie anbete aber sequenti anno 1669 mit Blut 
gefebtieben. iDieT>erfcbretbung, bie et am (tage iTCariä 
(Sebutt 3urüc£bet*am, war bie mit Blut gefebriebene, 
alfo bie fpätere, 1669 ausgepellte. JDtes gebt ntebt aus 
bem 2lttcp bee Tlbtee tyetvot, benn bort fyeifit es im toei* 
teten einfacb : schedam redderet unb schedam sibi porris 
gentem conspexisset, als ob es fieb nur um ein einiges 
Scbriftftuct* ^anbeln Sonnte. 2lbet wobt folgt es aus 
bem weiteten Verlauf bet (ßefebiebte fowie aus bem 
farbigen Titelblatt bes Üropbaeum, wo auf bem Settel, 
ben bet bdmonijcbe iDracbe bält, beutlicb rote Scbrtft 
3U feiert iß. JDer weitere Verlauf iß, wie bereits erwäbnt, 
bet, b&$ bet tTCaler im tTCat 1678 nacb tnaria3ett wieber* 
fce^rt, naebbem er inXOien neuerlicbe 2lnfecbtungen bes 
B$fen erfahren, unb bas 2fnfucben pellt, es möge ü>m 
bureb einen neuetlicben (BnabenaH bet beiligen tHutter 
aucbbteserjie, mit Cinte gefebriebene SDofument wieber* 
gegeben werben. #ufwelcbeTX>etfe bies gefebte^t, wirb 






6z ©igm. Sveub 

nicht metyt fo ausfubrlicb wiebaeerjtemalbefcbrteben. 
tiis fyeiftt nur qua iuxta votum reddita unb an anbetet 
©teile ttsfylt bet Kompilator, bafj gerabe biefe Vtt* 
febreibung „3ufammengeenault unb in viet ©tuef e 3er* 
riffen" bem VCialtt am 9. Jttat 1 67 8 um bie neunte Tlbenb* 
fiunbe vom Ceufel 3ugeworfen xoutbe. 

iDie "Perfcbreibungen tragen aber beibe basfelbe 3Da^ 
tum: 3ab* i^9- 

SDteferXXHberfprucb bedeutet entwebergarntebts ober 
et fu^tt auf folgenbe ©pur: 

X30enn wir von bet JDarftellung bee Slbtee ah bet aus* 
fiu>rlicberert ausgeben, ergeben ftcb maneberlei ©cbwic= 
rigfceiten. ZIb tyt. $>. bem Pfarrer von Pottenbrunn 
bekannte, er fei in Ceufelsnöten, 6er Termin laufe balb 
ab, tann et (im 3al?re 1 677) nur an bie im 3afr;re 1 668 
ausgepellte "Eerfcbreibung gebaebt fyaben, alfo an bie 
erffe, fcbwat3e (bie im (5eleitbrief allerbings ein3ig ge^ 
nannt unb als bie blutige be3eicbnet wirb). XCentge 
Cage fpäter, in Jttaria3ell, bekümmert er ftcb aber nur 
barum, bie fpatere, blutige, 3urüc*3uberommen, bie noch 
gar niebt fällig ifi ( 1 669 — 1 677), unb läßt bie erjte über* 
fällig werben. iDiefe wirb erji 1 678, alfo im3e^nten3at;r, 
3urücPerbeten. ferner, warum ftnb betbePerfcbretbun* 
gen aue bem gleicben 3«^t 1 669 batiert, xoenn bie eine 
ausbtücHicb „anno subsequenti" 3«5eteilt t|i? 






' 



ffiine Ccufelencurofe 63 

SDet Kompilator muß btcfc Scbtmerigfceiten retfputt 
fyaben, benn et maebt einen Vetfucb, fte 311 begeben. 3n 
feinet (Umleitung fcbliefjt er ftcb ber JDarßellung bee 
SCbtes an, mobifctert fte aber in einem Punfcte. SDer 
OTaler, fagt er, ty<xbe (icb im 3<*l?te 1669 bem Teufel 
mit Ctnte »erfebrieben, „deinde vero", fpäter aber mit 
Blut. £r fe^t ftcb alfo übet fcie auebrücHicbe Angabe 
ber beiben Bcricbte, bafj eine T>er|cbretbung ins 3a|>c 
1 668 fällt, fyinxjDts unb vernacbläfltgt bie Bemerkung 
im 2(ttejt bee 2(bte6, baf? ftcb itoiftben beiben X>erfcbret= 
bungen bie ^afytt&wfyl geänbert, um im tftinUan$ mit 
bet JDatierung bet beiben, vom Ceufel 3urüc?gegebenen 
ScbriftftücFe 3» bleiben. 

3m 2(tteft bee Zbtee fi'nbet ftcb itacb ben XDorten 
sequenti vero anno 1669 eine in Klammern etnge* 
fcbloffene Stelle, Xüelcbe lautet: sumitur hie alter annus 
pro nondum completo uti saepe in loquendo fieri solet, 
nam eundum annum indicant Syngraphae quarum 
atramento scripta ante praesentem attestationem non« 
dum habita fuit. JDiefe Stelle tft ein un3*»etfelbafte6 
*£mjcbiebfel be& Kompilator», benn bet Tlbt, bet mit 
eine X)erfcbretbung gefe^en fyat, tann boeb niebt <x\\s? 
fagen, ba$ beibe baefelbe JDatum tragen. Sie foll xoofyl 
aueb bureb bie Klammern ale ein bem Zeugnis frember 
Sufag tenntlicb gemaebt werben. XÜa& fte entölt, tft 















64 6 t gm. SvtuS 

ein anbetet T>erfucb bes Kompilators, bie vorliegen* 
ben EOiberfprücbe 3U verfolgen. *£r meint, ee fei 3X»ar 
richtig, bafj bie erjie X?er|cbreibung im 3<M? CC 1668 ge* 
geben roorben iß, aber fca bas 3 a J? c febon vorgerückt 
xt>ar (September), l?abe ber tTCaler fte um ein 3<*f?r 
vorbattert, fo baf? beibe Derfcbreibungen bie gletcbe 
3a|>reß3a^l 3eigen tonnten. &eine Berufung barauf, 
man macbe es ja im münblicben 'üerfce^r oft ä^nlicb, 
verurteilt tt>o£>l biefen gan3en iErtlärungsverfucb ab 
eine „faule Auerebe". 

3cb toeiß nun niebt, ob meine JDarjleUung bem iLefer 
itgenbeinen *£inbrud? gemaebt unb ob fte ifyn inftanb 
gefegt ^at, ftcb für biefe XXHn3ige*eiten 3U intereffteren. 
3cb fanb es unmöglicb, ben richtigen Sachverhalt in 
utt3XDeifel^after XX?eife fefau (teilen, bin aber beim ©tu* 
bium btefer verworrenen Angelegenheit auf eine Vet? 
mutung gekommen, bie ben >2ot3ug t?at, ben natürlich 
ßen -Hergang ettt3ufegen, rocnngleicb bie febriftlicben 
3eugniffe ftcb aueb ü>r niebt völlig fügen. 

3cb meine, ab ber ittaler 3uer(t nacb JTtaria3ell ram, 
fpracb er nur von einer regelrecbt mit Blut gefebrie* 
benen Verjcbreibung, bie halb verfallen follte, alfo im 
September 1 668 gegeben xx>ar, gan3 fo xoie es im <&e* 
leitbrief bee pfarrere mitgeteilt iß. 3» tHaria3ell prä* 






ißtne ?CeufeIeneu(Ofe 6f 

fentierte er auch biefe blutige T>erfcbtetbung ab bie* 
jettige, bie i^m ber JDämon unter bem Sroang ber tyeiii? 
gen tXluttev 3urucr , gegebett ^attc. XX>ir «rtfien, roae 
weiter gefebab- JDer fcHaler verließ balb darauf ben 
(ßnabettort iwfc ging ttacb XCien, xc>o er ficb aueb bis 
tTCitte (Dftober frei füllte. 2lber bann fingen JLetben «nö 
(Crfcbeinungert, in betten et ba&VOett be& böfe» (Beiftcs 
faty, voiebet an. i£t füllte ficb rateber erlofuitgsbebürf: 
tig, fanb ficb aber vor ber Qcbxpierigreit, auf3ur*lä'rett / 
warum it;m bie 23efcbworung in ber ^eiligen Kapelle 
leine batiernbe f£rlofunggebracbt batte. 21U ungeteilter 
Rückfälliger wäre et roofyl in fcTCaria3eU niebt will^ 
tommen gewefen. 3n biefer £?ot erfanb er eine frühere, 
erfteT>erfcbreibung, bie aber mit TLinte gefebrieben (ein 
follte, bamit Ü?r 3uruct(te^en gegen eine fpätere, blu^ 
tige, plauftbel erfebeinen tonnte. ETacb tnarta3ell 3U* 
rücfgefcommen, ließ et ficb aueb biefe angeblicb erfte 
X^erfcbreibung 3uröcfgeben. 5Dann b<*tte er Äu^e vor 
bem 2$öfett, allerbwgs tat er gleicb3eitig etmae anberes, 
xoae une auf ben -^intergrunb biefer ETeurofe tyn? 
wetfert wirb. 

JDie Seicbnungen fertigte er gewig erft bei feinem 
3Weitett ^lufentbalt in tTCaria3ell an; bae einheitlich 
komponierte Titelblatt entölt bie JDarftcllung beiber 
^erjcbreibungöfjenen. 23et bem Vetfiicb, [eine neueren 

S r c u 6 : ii' int If uff Isiuuroff. 9 



. 



66 ©igm. 5 reut 

Angaben mit feinen früheren in (Cinfclang ju bringen, 
mag et too^l in 'Verlegenheiten geraten fein. i£s wat 
für ü>n ungun|tig, bafj et nur eine frühere, niebt eine 
fpdtere T>erfcbreibung (?itt3ubicbten konnte. So tonnte 
et bas ungefederte (Ergebnis nickt rermeiben, ba$ et 
bie eine, bie blutige T>erfcbreibung 3» früb (im aebten 
3*&*0/ bie anbete, bie fcbwat3e,3ufp<tt (im3ebnten3abr) 
eingeloft fyatte. 21 ls »errätertfebe 7ln$eicben (einet ycoei* 
fachen Ikebaltion ereignete es ficb ifym, ba$ et ficb in 
bet ^Datierung bet T>erfcbreibungen itrte unb auch bie 
frühere in bas Jatyt 1669 fegte. JDiefer Irrtum b>at bie 
23ebeutung einet ungewollten Slufricbttgrat; er läßt 
uns erraten, baß bie angeblich frühere T>erfcbretbung 
3U einem fpäteren Cermin bergeßellt würbe. 3Der Korn* 
pilator, ber ben ©toff gewiß niebt früher als 1714, vieU 
leiebt erft 1729 3ur Bearbeitung übernahm, mußte ficb 
bemühen, bie nicht unwefentlicben XEiberfprücbe, (0 
gut er tonnte, weg3ufcbaffen. £>a bie beiben *)erfcbrei* 
bungen, bie ifym vorlagen, auf 1669 lauteten, balf er 
ficb oureb bie Tlnetebe, bie et in bas 3eugnis bes #btes 
ein) cbaltete. 

Jttan ernennt leiebt, worin bie Scbwdcbe biefer fonft 
anfpreebenben Konßrufction gelegen ift. JDie 2lngabe 
3WeierT?erfcbreibungen, einer fcbwar3en unb einer blu? 
tigen, fi'nbet ficb bereits im Seugnis bes 2lbtes Francis? 



^ 



fEint Ztufeloncuvofc 67 

cus. 3cb fyabt alfö bie VOafyl, entweder bem Rompüator 
imte^ufcfcneben, baß et an btefem 3eugnis im engen 
%nf<klu$ an feine ££infcbaltung aueb etwas geänbert 
fc;at, ober tcb mn$ benennen, bafj icb bie Verwirrung 
niefet 3W l$fen vermag.' 

iDte gan3e JDisf-uffton wirb ben liefern Ungft über^ 
fluffig unb bie in ifyt be^anbelten ^Details 311 unwichtig 
etfebienert fein. Übet b ie ©acbe gewinnt ein neues 3nter? 
efle, wenn man fte nacb einet befiimmten&icbtung \}in 
verfolgt. 

j[cb ^abe eben vom tttaler ausgefagt, b<x$ et, butcb 

1) JDet Sompilator, meine icb, fanb fieb jwifdjen jaei fiten PunFten eingeengt, 
ifiinerfeite fanb er fowobl im ©eleitbtief feea Pfarretfl »rie im 2(ttefr bes 2tbtee 
feie Angabe, baf) bie Vetfcbreibung (?uminbeft bie erjle) im Job" \66i auagejteut 
wotbtn fei, anberfeit» jeigten beibe im 2ftcbir aufbewabtten Verfcbreibungen bie 
3sbrcfl;abl 1669 ; ba et jwei Verfdjceibimgen »or fid? liegen b«ttt, flanb e» f^ic 
il?n feft, baß jwei X>etfcbreibungen erfolgt roaren. Wenn im Seugni« bee 2tbtea 
nur *>on einet bie Xebe war, wie icb glaube, fo mußte er in biefcs 3eugnis bie 
igrwäbnung bet anbeten einfetjen unb bann ben Wiberfprudj burd? bie Snnabme 
einet X?orbatietung aufbeben. JDie 2lbänberung bee lerte», bie et »ornabm, ftSfit 
an bie iEinfcbaltung, bie nut von ibm berr&bren fann, unmittelbar an. tßr war ge» 
»wungen, £infdjaltung unb 2(bänberung butcb bie Wotte sequenti vero anno 1669 
»u »etbinben, weil bet UTalet in bet (febt befebäbigten) ilegenbe jum Citelbilbe 
auebtücflid? gefebtieben b«tte : 

Hadj einem Jabt würbt £r 

. . . fcbt$r*bUcbe betrobnngen in ab-« 

geflalt tlx. 2 bedungen fieb, 

n 25luut 511 «erfebreiben. 

2>a» „Verfdjreiben" fee» malet», alß et bie 6yngrapb«e anfertigte, burd? ba» 
icb ?u meinem ÄrHätungeoetfucb genötigt werben bin, etfebeint mir niebt weniger 
intereffant alu feine Verfcbreibungen fclbft. 

'• 









68 ©igm. SveuS 

ben VttUuf feinet Kvanfyeit unliebfam übettafebt, 
eine frühere X>erfcbteibung {bie mit Ctnte) etfunfcen 
habe, um feine Pofttion gegen bie geblieben -^ercen 
in VttatiastH behaupten 3u tonnen. VCun febteibe icb 
für Jlefer, bie }XO<xt an bie Pfycboanalyfe glauben, abet 
nicht an ben Teufel, unb biefe tonnten mit: vovtyalten, 
es fei unftnnig, bem atmen Kerl von tHalet — hunc 
miserum nennt ifyn bet (Beleitbtief — einen foleben 
X>om>utf 3U macben. JDie blutige Petfcbteibung wat 
ja genau fo pb<wtaftett wie bie angeblicb frühere mit 
?Tinte.3nX)0itHicbteit i(l itym ja überhaupt fcein Ceufel 
etfebienen, bet $an$e Patt mit bem Ceufel cjctpicctc ja 
nut in feinet p^antafie. 3cb fe|>e bas ein; man tann 
bem litmen ba& Äecbt niebt beftteiten, feine utfptüng* 
liebe pi?anta(te butcb eine neue 3u ergaben, wenn bie 
geänbetten "üet^dltniffe es 3U etfotbetn febienen. 

2Cbet aueb tyet gibt es noch eine ^ortfegung. JDtc 
beiden XVtfcbteibungen finb ja nicht p^antafien wie 
bie Ceufeleriftonen; fte waten JDofcumente, nacb bet 
Vetficbetun$bes 2fbfcbreibet8 wie nach bem Seugnie 
bes fpateren 2fbte8 Ktlian im 2itchix> von tTCatta3eU 
füt alle ftcbtbar unb greifbar auf bexpa^tt. 2£lfo ffe^en 
wit ^iet vot einem iDilemma. tiintwebet f^aben tüit 
anzunehmen, ba$ bet tTCaler bie beiben ihm angeblicb 
butcb gSttlicbe £ulb 3utücfge(lellten Scbebae felbft 3ur 









fßineCeufeleneurofe 69 

3cit verfertigt, ba er fte brauebte, ober ia>ir muffen ben 
geiftlicben Ferren t>ontnarta3ell unb @t.JLambert trog 
aller feterlicben T>erftcberungen, Betätigungen bureb 
Sengen mit beigefügten Biegein ufit>. bic (ßlaub^ 
xoürbigfceit verweigern. 3cb geftebe, btel?erb<fcbttgung 
ber geifHicben -i^erren fiele mit niefet leiebt. 3cb neige 
3Ä>ar 3uc 2lnnabme, baß ber Kompilator im 3ttcere(fe 
ber Aontorban3 einiges am Seugnis bes erjten 2lbtes 
rerfälfebt tyat, aber biefe „fehmbäre Bearbeitung" gebt 
niebt w?eit über äbnlicbe ileijtungen, aueb moberner 
unb rseltlicber (ßefebtebtsfebretber, fyinaus unb gefebat? 
jebenfalls im guten (Blauben. Hacb anberer Äicbtung 
baben ftcb bic geifHicben fetten gegrünbeten 2lnfprucb 
auf unfer Vertrauen erworben. 3cb fagte es febon, 
niebts b^tte fi* ifinbetn fönnen, bie Bericbte über bic 
Unvollftänbtgfeit ber Teilung unb bic ^ortbauer ber 
T>erfucbungen 3u unterbrücfen, unb aueb bit ©cbtlbe* 
rung ber BefcbÄ>$rungsf3ene in ber Kapelle, ber man 
mit einigem Bangen entgegenfeben burfte, ift nücbtcrn 
unb glanbtfürbig geraten. iE» bleibt alfb ntebts übrig, 
als btn VCiaXct 3U ßefcbulbigen. 3Die rote »rfebreibung 
batte er xooty bei ftcb, als er ftcb 3»m Bufjgebet in bic 
Kapelle begab, unb 30g fte bann bervor, als er von 
feinet Begegnung mit bem JDämon 3» ben geifHicben 
Beiftdnben 3urücffcebrte. (Ce muß aueb gar niebt ber* 






70 Öigm. 5teut> 

jclbe fettet geroefert fern, öer fpäter im %t<biv> auf* 
betritt würbe, fottfcern nad> imferer Konftrufction 
tarnt er bie^atyttssafyl 1668 (neittt 3*&tc *w bet2$t* 
fcbxDdrung) getragen ^aben. 


















. 



DIE WEITERE NEUROSE 



llbet b<xe xo&te Betrug unb nicbt£Teurofe, bertHaler 
ein Simulant unb ^älfcber, ntebt ein hanht 23efeffe* 
ner! tXun, bie Übergänge 3t»t|cben neuro fe unb &imu* 
lation finb bekanntlich fliegenbe. 3cb finbe aueb feine 
Scbxxnertgfcett aniunefymen, bafj ber tTCaler biefen 3ettel 
ebenfo tote bte fpäteren in einem befonberen, feinen Vi* 
ftonen gletcb3ufteUenbert 3ujianb gefcbrieben unb mit 
(Tcb genommen bat. XOenn et bie Pbantafie rom Cetiftfe* 
pafct unb x>on ber f£rl$fung burebfnbren sollte, tonnte 
et ja gar niebtö anbete© tun. 

3Den Stempel ber TOafytfyaftighit trägt bagegen ba& 
Cagebucb aus Wien an ftcb, bae er bei feinem 3tt>etten 
2(ufentbalt 3U tTCaria3eU ben (ßeiftlicben übergab. (£e 



yz ©igm.3reut> 

Ußt uns frcilicb tief in bietTCothnerung ober jagen XDtr 
lieber X>erx»ertung ber Heurofe blieben. 

£>ie 2luf3etcb nungen reieben »Ott feiner erfolgreichen 
2$e)cbxEo"rung bis 3um i f. jtenuar bee näcbßen 3a^res 
1678. 23ts 3«nt 11. (Dfctober erging ee i^m in XOien, 
wo er bei einer »erheirateten @cbtt>efter xeo^nte, reebt 
gut, bann aber fingen neue Suftänbe mit Vifisnen unb 
Krämpfen, Bexoufjtlofigr'ett unb fcbmer3^aften Ben* 
jationen an, bic bann auch 3U feiner Äücfte^r nacb 
tnaria3ell im Xttai 1678 führten. 

iDie neue iteibenegefebtebte gliedert ftcb in bici Pbafen. 
5uer(t melbet ftcb bte'Perfucbung in (Beßalt cinc& fcbo"n 
gefcleibeten Kavaliere, bet tbm 3ureben roill, btn 3ettel 
x»eg3UXEerfen / ber feine 2lufna^me in bie Bruberfcbaft 
vom ^eiligen &ofenfcran3 befebemigt. SDa er roiberßanb, 
xcieberbolte ftcb biefelbef£rfcbeinungam n<kbßen£ag, 
aber bieemal in einem prdebtig gefcbmücften Baal, in 
bem vornehme fetten mit febonen JDamen tan3ten. JDer^ 
felbe Kavalier, ber ifyn febon einmal »erfuebt, maebte 
i^m einen auf tHalerei be3Üglicben Antrag 1 unb vet* 
fpracb ifym bafur ein fcbSnee Stütf (ßelb. Hacbbem 
er biefe XHfton bureb (Bebete 3um X>erfcbxmnben ge* 
braebt, xoieberbolte fte ftcb einige £age fpdter in noeb 

1) JEine mit un»ec(l«nblid?e Stelle. 



L 



JEtne Teufeleneurofe 73 

einbringltcberer £orm. JDieemal fcbic^tc ber &at>alier 
eine ber fcbonfJen grauen, bie an ber ^efttafel faßen, 
3U ibm fyin, um ibn 3ur (ßefellfcbaft 3« bringe», unb 
er ^«tte tttüfyc, ftcb ber T>erfübreirttt 3U erwebren. 2(m 
erfcbrecfenbften war aber bie balb barauf folgenbe 
XUfion eines noch prunfr>olleren ©aales, in bem ein 
von „(Solbfrucfb aufgertebteter Zfyton" war. Kax>as= 
Uere ßanben (?erum unb erwarteten bie 2lnr"unft ifytee 
Königs. JDiejelbe Perfon, bie ftcb febon fo oft um ibn 
bekümmert batte, ging auf ü>n 3U unb forderte ibn auf 
btn Cbton 3U befietgen, fic „wollten ibn für ibren 
König galten unb in (£wigfceit verebren". VCiit biefer 
2lu8jcbweifung feiner Pbantafte fcbliejjt bie erfle, reebt 
burcbficbtige Pbafe ber Perfucbungegefcbicbte ab. 

i£e mußte jegt 3U einer (ßegenwirtung kommen. JDie 
affcetifebe Äeaftion erbob ibr &aupt. %m 20. (Dfctobet 
erfebien ibm ein großer <23lan3, eint Btimme batane 
gab ficb ale Gfytiftue 3U ernennen unb forberte von ibm, 
ba% er biefer böfen TEelt entfagen unb feebß 3<*b tc l at1 3 
in einet TPüfte <E>ott bienen folle. 5Der JTXaler litt unter 
biefen beiligen Crfcbeinungen offenbar mebr als unter 
ben frieren bämomfeben. 2iU8 biefem 2lnfali erwaebte 
er erft nacb 3Weietnbalb &tunben. 3"i näcbflen war 
bie von (ßlan3 umgebene beilige Perfon weit unfreunb* 
lieber, brobte ibm, weil er ben gottlicbenX?or(cblag niebt 

5 c c u p : tfinc CeufcU neurofe. 10 



. 



74 ©igm. St tut 

angenommen f?atte, unb führte ifyn in bie ^SUe, bamit 
er bureb bae ilos ber X>erbammten gefebreett werbe, 
(offenbar blieb aber biet£irr , ungauß, benn bie tittfdbei* 
nungen ber Perfbn im (Blande, bic C^riftus fein fbllte, 
xoieberbolten ficb noeb mehrmals, jebesmal mit ftunben^ 
langer (Beifieeabwefen^eit unb "Per3Ücft^eit für ben 
tnaler.3nbergroßarttgften biefer X>er3Ücr*tl?eitett führte 
ityn bit perfort im (blande 3uer|t in eint Stabt, in bereit 
Strafen bit tTTenfcben alleXEerfce ber^injternis übten, 
unb bann 3um (Begenfarj auf eint fcböne2hi, in bet ifiin* 
fiebler ityv gottgefälliges ileben führten unb greifbare 
23e*t>etfe von (Bottee (Bnabe unb ^ürforge erhielten. 
5Dann erfebten an Stelle C^rifii bie ^»eilige tttutter 
felbfi, bie ifyn unter Berufung auf i^re früher geleitete 
-&ilfe mahnte, bem Befehl t^res lieben Sohnes nacb^ 
3u£ommen. „SDa er ficb ^ie3u ntebt teebt tefolviret", tarn 
Cbrijtus am näcbften Cage lieber unb feejte itym mit 
SDro^ungen unb X>erfprecbungen tücbtig 3u/5Da gab er 
enblicb nacb, befcbloß aus biefem ileben au83utreten 
unb 3U tun, xoae von i\)m verlangt würbe. tTCit biefer 
Cntfcbliegung enbet bie 3Ä>eite Pb<*fe. 3Der tHaler ton*; 
datiert, ba% er von biefer Seit an leine *£rfcbetnung 
ober 2fnfecbtung me^r gehabt fyat. 

3nbes mug biefer iCntfcblug niebt fe^r gefejiigt ober 
feine 2fu8fü{?rung all3ulang aufgejeboben xoevben fein, 



igtne £eufel0tteucofe 75- 

benn ab et am 26. JDe3ember in @fc Stephan feine 
Tlnbacbt »errtebtete, tonnte et ftcb beim Znbitä einet 
toa&eten Jungfrau, bie mit einem rooblaufgepusten 
&ettn ging, bet 3bee ntebt etxoefyten, et ISnnte felbji 
«it ©teile biefee ^>errn fein. JDae forbette Strafe, noeb 
am felbett Tlbenb traf es ityn wie ein JDonnerfcblag, et 
fab fiel? in gellen flammen unb fiel in (D^nmacbt. JTtan 
bemühte ftcb, ib»t 3« erroecten, aber et rodete ftcb in 
bet Stube, bie Blut aus tYlunb unb £Tafe tarn, x>et* 
fpürte, ba$ et ftcb in -&ise unb (Beftanr" befanb, unb 
b$rte eine Stimme fagen, bafj ifym biefer 3uftanb ab 
Strafe für feine unnügen unb eiteln (5eban£en gefcbicEt 
roorben fei. Später xxmrbe er bann von b<5fen (ßeifiern 
mit Strichen gegeigelr unb i|mt »erfproeben, ba$ et alle 
(Tage fö gepeinigt werben folle, bis er ftcb entfcbloffen 
babe, in ben ££infteblerorben eitt3Utteten. iDiefe {gelebt 
niffe festen ftcb, foroeit bie 2luf3eicbnungen reteben 
(13. 3*111141!)/ fort 

VOit feben, wie bei unferem armen Jttaler bie Vet* 
fuebungepbantaften von affcettfeben unb enblicb von 
Strafpbantaften abgelSft werben; bas itnbe bet Lei* 
bensgefebiebte kennen toit bereite. 1&t begibt ftcb im 
VCiai nacb tTCaria3ell, bringt bort bie (Befcbicbte ron 
einer frieren, mit fcbÄ>ar3er £mte gefebriebenen T>er* 
febteibung vor, ber er ee offenbar 3ufcbreibt, ba$ et noch 

10» 



- 



76 ©igm. Sreuö 

vom Ceufel geplagt werben tarnt, erbält aucb tieft 
3urüct unb tfi geseilt. 

VOtyttnb biefes 3Wetten 2fufentbaltes malt er bie 
Btlber, bie im Cropbaeum topiert finb, bann aber tut 
er etwas, was mit ber ^orberung ber aftetifeben Pbafe 
feines Cagebucbes 3u(ammentrifft. i£r gebt 3War niebt 
in bie XEiifte, um (Sinftebler 3U werben, aber et tritt 
in ben <£>rben ber 23armber3igen Brüber ein: religiosus 
factus est. 

23ei ber jlefcture bes Cagebucbes getoinnen wir X)er^ 
fiänbnis für ein neues Stiicr* bes 3u|ammenbangs. 
XCir erinnern uns, ba% ber tTCaler ficb bem Teufel vtt* 
febrieben, weil er nacb bem Cobe besT>aters, verftimmt 
unb arbeitsunfähig, Sorge ^atte, feine fSpißett} 3U er* 
galten. iDicfe Momente, iDepreffton, 2irbeits^emmung 
unb (Trauer um btn T>ater ftnb irgenbwie, auf einfacbe 
ober fcompfoiertere Ztt mttetnanber verknüpft. VUU 
leiebt waren bic JCrfcbeinungen bes (Teufels barum fo 
uberreicblicb mit Brüjien ausgejiattet, weil ber 23ofe 
fein Häbrx>ater werben follte. JDie Hoffnung erfüllte 
ftcb niebt, es ging i|>m aucb weiterhin fcblecbt, er tonnte 
niebt orbentlicb arbeiten ober er b<*tte Hin cBlücF unb 
fanb niebt genug Arbeit. £>er (Seieitbrief bes Pfarrers 
fpriebt von ifym als „hunc miserum omni auxilio destis 
tutum". Mtx. war alfo niebt nur in moralifeben Hoten, 






Ktnc Ceufelsneurofe 77 

er litt aucb materielle Hot. 3n bte XXHebergabe feinet 
fpÄterenXHftonert finben ftcb Bemessungen eingeftreut, 
bte wie bie 3n(?alte ber erfcbauten S3enen seigen, baf* 
ftcb aucb nacb bet erfolgreichen etften BefcbwSrung 
baran nicbtö geänbert batte. VOit lernen einen VCitn* 
feben ttnntn, bet es su nickte bringt, bem man aucb ba^ 
rum rein Vertrauen febentt. 3n ber erjien XHfton fragt 
tt?n ber Kavalier, was er eigentlich anfangen wolle, 
ba ftcb nitmanb feiner annehme („btewetllen icb von 
iebttmann 13t verlaffen, xoa% icb anfangen würbe"). 
JDie etfte Äei^e ber Viftonen in VOitn entfpriebt bureb* 
aus ben XX)unfcbpb<*ntaften bee Firmen, nacb <&tn\\% 
•^ungernben, Verkommenen: b«rlicbe Säle, TOcfyU 
leben, ftlbernes Cafelgcfcbirr nnb fcb$ne grauen; b*er 
wirb nacbgefjolt, was wir im Ceufelöver^dltniö x>er^ 
migt b<*ben. JDamals beftanb eint tTCelancbolie, bte ü)n 
genufjunfäbig maebte, auf bit loct enbfien 2lnerbieten 
»er3icbten ^ieß. Seit ber Befcbwörung febewt bit VClt* 
lancbolie übttxounbtn, alle (Belüfte bee XVelttmbeö finb 
wieber rege. 

3n einer ber affcetifeben Viftonen betlagt tt ftcb gegen 
bie ifyn f&brenbe Perfon (C^rtfiiis), ba% ifym nitmanb 
glauben wolle, fo ba$ er beffentwegen, teae ü)" 1 an* 
befohlen, niebt »oll3ieb ert Hnnt. SDie Antwort, bit er 
barauf erhalt, bleibt uns leiber bunrel („fo fer man 



78 ©igm. -Sreufc 



V 



mir nit glauben, waf? aber gefcbecben, xoaifi ich wol, 
tjt mit aber felbes aussufpröcben vnm$glicb"). 23efon^ 
bete auffclärenb ift aber, was ifyn fein göttltcber £ül?rer 
bei beit (Einjteblern erleben Ußt. (Er fcommt in eine 
-&6l?le, in ber ein alter tHann febon feit fecb3ig 3a|>ren 
ftrjt, unb erfaßt* auf feine £rage, ba$ btefer 2llte tag* 
Ucb von ben (Engeln (Sottes gefpeifi wirb. Unb bann 
fietyt er felbjt, wie ein (Engel bem 2llten 3U effen bringt: 
„JDtei ©cbüßerl mit Spetfj, ein Brot unb ein &no"bl 
unb (Betraut" Hacbbem ber (Einfiebler gefpetft, nimmt 
ber (Engel alles 3ufammen unb tragt es ab. VOit vet? 
flehen, belebe T>erfucbung bie frommen "üifionen 3u 
bieten f?aben, fte wollen ifyn bewegen, eine £orm ber 
(Eriften3 3U wählen, in ber ifym bie Habrungsforgen 
abgenommen finb. 23eacbtenswert finb aueb bie Tkeben 
Cbrifti in ber legten XHfton. Hacb ber iDro^ung, toenn 
er ftcb niebt fuge, werbe etwas gefebe^en, ba$ er unb 
bie SLeixte (bat<tn) glauben müßten, ma^nt er birett: 
r»3cb folle bie Leity nit aebten, obwollen icb von itynen 
verfolgt wurbte, ober von ifynen leine bilfflatftungemp* 
fienge, (5ott würbe mieb nit vetlafjj en." 

C^r. -^airimann war foweit Künftler unb XOeitUnb, 
ba$ es ifym nicht leicht fiel, biefer fünbigenX30elt3u ent* 
fagen. 2lber enblicb tat er es boeb mit Äücfftcbt auf 
feine ^ilflofc Jlage. (Er trat in einen geiftlicben (Drben 



fEtne Teufeleneurofe 79 

ein; bamit watfein tnnetet Kampf *»ie feine materielle 
Hot 3U £nbc. 3» feinet Heutofe fpiegelt ficb btefet 
Ausgang batin, ba$ bte &uct* ftellung einer angeblicb 
etffen X>etfcbteibung (eine Unfälle unb X>ifionen be= 
fertigt. iEtgentlicb Ratten betbe 2fbfcbnitte feinec bärno* 
nologifcben ££tt"tan£uttg benfelben Sinn gehabt. I3tx 
vooütc immet nut fein ileben fiebern, bas etfiemal mit 
^>ilfe bes (Teufels auf Kofien feinet Seligkeit, unb als 
btefet vetfagt batte unb aufgegeben xretben mugte, mit 
-&ilfe bes geifHicben Staubte auf Kojien feinec §xtU 
fyeit unb bet meinen (Benugmoglicbfceitert be& jLebene. 
THelleicbt xoat tyt. ^aix^mann nut felbft ein atmet 
Ceufel, bet eben hin (Blüd? tyatte, vteUetcbt teat et 3U 
ungefebief t obet ju unbegabt, um ftcb felbft 3u erhalten, 
nnb 3ä>lte 3U jenen Cypen, bie ah „exotge Säuglinge" 
begannt ftnb, bie ftcb von bet beglücfenben Situation 
an bet tnuttetbtufi niebt loseeigen fconnen nnb butebs 
gan3e ileben ben 2£nfptucb fefl^alten, von jemanb an* 
betem etnfytt 3« xoetben. Unb fo legte et in biefet 
Ktantengefcbicbte benXDeg vom X>atet übet ben Ceufel 
als X>atetetfag 3U ben ftommen Pattes 3utüct\ 

Seine Heutofe etfebeint obetfläcblicbet 23ettacbtung 
als ein (Sautelfpiel, a>elcbes ein ©tttcf bes etnfibaften, 
abet banalen Lebenskampfes ubetbecr* t. SDies X)etbält* 
nie ift geroiß niebt immet fo, abet es fcommt aueb niebt 






8o ©igm. Sveub 






gar fc fetten vor. SDie Tin&lytihv erleben es oft, xoit 
unvorteilhaft es ift, einen Kaufmann 3U be^anbeln, ber 
„fonfi gefimb, feit einiget Seit bie (Erfcbeinungen einer 
Heurofe 3etgt". iDie gefcbäftlicbe Kataftrop^e, von ber 
ficb ber Kaufmann bebro^t fu^lt, wirft als Vltbtn* 
ttntrung biefe £Teurofe auf, von ber er aueb btn Vot* 
teil ^at, bag er hinter i^ren Symptomen feine realen 
Lebensformen verheimlichen tann. @on(l aber i(l fie 
überaus utt3xvec£mäfjig, ba fit Kräfte in 2tnfprucb 
nimmt, bit vorteilhafter 3ur befonnenen üfirlebtgung 
ber gefäbrlicben Lage ^erxoenöung f&nbtn. 

3n weit 3a|>lreict)eren fällen tft bit Heurofe felb* 
(Hnbiger unb unabhängiger von btn jmtetejfen ber 
Lebenserhaltung unb Behauptung. 3m Konflikt, ber 
bit £Teurofe febafft, fte^en entxveber nur UbtbinSfe 
3nterejfen auf bem Spiel ober libibw$|e in inniger 
X^ertnupfung mit folcben ber JLebensbefjauptung. SDer 
iDynamtsmus ber Heurofe ift in allen brei $aHtn ber 
gleiche, titint nicht real 3U befriebigenbe Libibofiauung 
febafft ftcb mit -&tlfe ber Äegreffion 3U alten #rierun= 
gen Abfluß bureb bas vetbrängte Unbefugte. Soweit 
bas 3cb bes Kranken aus biejem Vorgang tintn KrantV 
bettsgewinn 3ie^en rann, läßt es bte£Teurofe gewahren, 
beren $fconomifcbe Scbäblicbfceit boeb Hintm Zweifel 
unterliegt. 






. 









(Eine lEcufcUneurcfe 



81 



Zach bit üblt Lebenslage unfetee tttalets ^dtte fceine 
fceufelsneutofe bei tf?m f?etx>otgetufen, votnn aus feinet 
Hot nicbt tint retfiatfce Vatctfcfynfiukt etxsacbfen 
xobvt. Hacbbem aber bte tTCelancbotte uttb bet Teufel 
abgetan waten, tarn ee bei ü>m noeb 3um Kampf 3»^ 
feben btt UbibinSftn Lebenetuf* unb btt «Einfielt, ba$ 
bae 3nterefle bet &ebeneet{?altunggebtetetifcb Vtt$id)t 
unb Zfttft fotbete. £s ift mteteffant, baß bet tHalet 
bie f£im>eitlicbfceit bet beiben ©tttete feinet ileibenß? 
gefebiebte fc^t xostyl setfputt, btnn et fn^tt bit tint 
voit bit anbete auf X>et|cbteibungen, bit et bem Ceufel 
gegeben, 3Utütf. 2(nbetfeit6 untetfebetbet et niebt jcbatf 
3Xoifcben btn l£MÄ>ttf!ungert bes bSfen (Beides unb 
jenen bet gSttlicben JTTäcbte, et f?at fut beibe tint 3t* 
3eicbnung: Ctfcbeinungen bee Ceufele. 



S c ! u : >Hinr IiiifcUnni wfl, 



J 11 I' rt I t B V c r * t i cb n i 8 

JKine Ceufeleneurofe im 17. 3abtbunbm g„, ( 

DorbemerFung . 9 

I) 2Die <5efcb«cbte ite tttfllera <Tbn|}opb öfutjm «n 11 n 

II) 2D«e tlTott» bea leufclepur'ta 37 

III) jDcc Ceufel «la Vattretfat) 33 

IV) JDie }t»ei T?trfd?retbungen 59 

V) 2>ie weitere Heurofe 71 



IfbbilSungtlt 

XbbKbung 1 bcc ttlariajfllec ^.-.iiM'Hu-iü (©et ITeufel in 

eScRalc eines „liefamtn 2)&cgets") n;* 6eüe 14 

JSlfltt & bec :li.:'.i.:)c|[tv •janbfcfctift (Beginn bes Zertes) • « ,. 18 
r. 7 „ „ „ («Bi« Vertreibungen) „ „ :i 

ttbbilbung x btc t11aria5Cl[<c >$an'bfd)tiU (fflcblnuelcufela 

jrlL-.it mit beppdten n-nMirivn Bn'ifteii in fefmujcm 

Mantel) , „ 14 

'.'Ibbilbung ,- bcc tttariajcllcr 'j.-.nbKbrif t (»ucfligt Ccufclsi 

gcffalt mfc Slufltl") ., J8 

»latt h bec mariaseller >5anbf*rift 50 

„ 10 (ßcbluiib [.inj ber ttJariajellcr tfanbfcfcrift . . . . „ „ (4 

Die CBciginalgrigc ber Abbildungen unb CcctHiten 

be« !IT.U't.i;fllfi' tttanufTripts bctragi 1 ■/■ '-■'■ \i- ram 



II» 



„tfine (teuf elsn tucof t im 17. Jabrbunbtrt" von Sigm. 
5ctut> trfdjitn jucrff^ij in ber „3 m « g », Seitfcbrif t für amvcnbung 
btr Pfr*oanalrfe auf bic Vlatur» unb <Beifles>vilTenfd>aften", IX. »anb, 
5eft 1 (Xtligionspfrd)Ologif*es $tft) unb iff bann in btn 1914 crfdjienenen 
X. »anb bec „«efamnulitn SAcifttn" bes »crfaflTcrs aufge: 
nominell tvorben. £iefcr (um 7Xeproburtionen aus ber bcbanbelten 
mariajelltr ^anbfArifr crg&njrt) Wteberabbrutf in befd?ranttcr auflagt 
erfolgt ieijt anliflid) bei: vom 19. September bis jum 1. (Dftober 191S flattc 
ftnbtnbtn &tutfd;tn&ibliopbilcntagungin Wien unb iff vom 
„Jntcrnationalen pfrd»oanalftifdjtn Verlag" beten Icilntbmtrn gtivtbmtt 



Eas bitftr 3rbtit jugrunbtlitgtnbt, in ttlariajeU aufgefunbtnt ttunu- 

fftipe beffabet fi 'A berjett in ber Wtcner 1 1 • t i o n a t b t b 1 i o t b e r 

(unter Hummer 14.0(6). Sit Xtptobuftfonen in bitftr Ausgabt trfolgttn 

mit (Benebmigung btr nationalbibliotfett 



DU auf Stitt 11 bitftr ausgabt mvilnue ?f ibet t von Prof. Cr. X u b 1 f 
partr«II>urn über bas von itim aufgefunbene ttJanuffript iff unter 
bem (Eitel „J a u ff f n ttJ a r l a j 1 1 1" 1914 int XXXIV. »anb btr „tbronir 
bes Wiener c8oet|ie*Vttein8" vtrjfftntlftfet ivorbtn. Kort iil audj ber ganje 
Wortlaut brt ttJattuffrtpt» (mit Utbtrfegung ber lattintfd>en Stellen) 
wstbtrgtgtbtn lvorbtn 



fctn tJru* bt» tejrtttilts bitftr Ausgabe beforgte bie »u*btud:ttti 

£ b r i n p b X < . § f r's s i b n« i» Wien V, btn »rutf ber abbilbungen 

bit W i t n c r Ä u n ff b c u * * 3. <B. in Wien III 



•tin Heil btr Ausgabe ifl inSdjivcfnslebec gebunben tvorben 






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